Moke – The Long & Dangerous Sea


moke Moke – The Long & Dangerous Sea

Mit ihrem musikalischen Ziehvater Paul Weller teilen sich die Holländer von Moke nicht nur ihre Vorliebe für modebewusstes Auftreten und immer sitzende Frisuren. Mit seinem zweiten Studioalbum “The Long & Dangerous Sea“ beweist das Quintett jetzt auch seine Längerlebigkeit. Langlebig wie “Modfather“ Weller (u.a. zehn Soloalben und sechs mit den legendären The Jam) ist man mit zwei Platten zwar noch lange nicht, aber zumindest den Eintagesfliegenverdacht entkräften Moke mit ihrem aktuellen Werk.

Den Sound des Debüts “Shorland“ (2007) motzen die Niederländer um Frontmann (und Teilzeit-Weller/Gallagher-Look-Alike) Felix Maginn auf ihrem Zweitling gewaltig auf. Neben melodiösem und stilgetreuem Britpop setzt man vermehrt auf verhältnismäßig subtile (soweit das überhaupt geht) Streicherarrangements, Synthie-Tupfer und ein bisschen mehr Pathos als noch beim Vorgänger. Den Weller’schen Mod-Pop erweitern Moke durch das Studium der späten 80er und der Miteinbeziehung nicht selten auftauchender New-Wave- und Synthpop-Anleihen.

Neben den zehn eigentlichen Tracks der Platte enthält die deutsche “The Long & Dangerous Sea“-Variante noch fünf feine Bonus Tracks. Alle Songs (“Emigration Song“, “Last Chance“, “This Plan“, “Here Comes The Summer“ und “The Long Way“) sind Nummern der ersten Platte “Shorland“, die Moke auf ihr akustisches (und durch Streicher aufgepepptes) Grundgerüst herunterbrechen. Als Zugabe zum gelungenen “The Long & Dangerous Sea“ eine prima Sache, die gerne Vorbildcharakter genießen darf. Britpop mit den unschmalzigsten Streicherarrangements seit Ewigkeiten.

Moke sind erwachsen(er) geworden. Die Welt von Lagerfeld und Walz zieht die fünf stylischen Herren zwar augenscheinlich immer noch an, allerdings vergisst man das bei Songs wie “Love Of My Life“ oder “The Long & Dangerous Sea“ gerne mal. Nur den Totalausfall “Window Of Hope“ hätten sie besser sein lassen, derartige Schmonzetten sind besser bei Razorlight oder Keane aufgehoben.
[Sascha Knapek]