Dashboard Confessional – Alter The Ending

- Geffen / Universal Music -

Chris Carrabba, mittlerweile zum Vorzeige-Emo gereift, weiß, was seine Fans von ihm erwarten. Als Dashboard Confessional damals den akustischen (mehr oder weniger) Großtaten der Anfangstage (“The Swiss Army Romance“ (2000) und “The Places You Have Come To Fear The Most“ (2001)) auf Wiedersehen sagten, entwarf die Truppe um ihren Songwriter die Rezeptur für nachhaltigen Erfolg.


Man hatte den richtigen Riecher, was die (Emo-)Kids wollten. Seitdem hört sich jedes Dashboard-Confessional-Album gleich an, höchstens die tränenreichen Geschichten bekommen neue Kapitel. Die mittlerweile sechste Studioplatte, “Alter The Ending“, macht da keinen Unterschied.

In den Staaten erschien das neue DC-Album bereits vor fast fünf Monaten. Die deutsche Veröffentlichung hat zusätzlich zu den zwölf Songs des Albums noch fünf akustische Bonus Tracks, die es in den USA nur auf der Deluxe Edition gab. Soweit die Eckdaten. Was Carrabba und seine Mitstreiter darauf wieder perfekt beherrschen ist das Spannungsfeld von Power-Pop, Akustikrock, Metro-Punk und trübseeliger Emo-Ästhetik miteinander zu verweben, wie keine andere Band auf diesem Planeten. Musik für diejenigen, denen O.C. California zu glatt und Marylin Manson zu hart ist. Die Zielgruppe ist abgesteckt, Menschen über 25 wird die Weinerlichkeit erneut zu viel, zu dick aufgetragen und zu dogmatisch sein. Aber wie bei jeder guten Marke: Wer Dashboard Confessional kauft, kann sich sicher sein, dass er (oder sie) bekommt, was man möchte.

An dem Tag, als ich Dashboard Confessional zum ersten Mal gehört habe, gab es noch die ursprüngliche Version von Napster, die D-Mark und in der Playlist folgten Tracks von Rockwell Church. Ein Duo, das es, wie Carrabba damals, verstand, aus akustischen Gitarren mitreißende, emotionale (niemand denkt jetzt bitte an das, was man heutzutage unter Emo versteht) und im Grundgerüst einfach nur junge Musik zu produzieren. Rockwell Church gibt es, im Gegensatz zu Dashboard Confessional, glaube ich, schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Carrabba hat die goldene Nische gerochen und sich dementsprechend neu orientiert. Schön und gut, aber viel mehr als die Kajal-Fraktion wird da nicht mehr anbeißen. Aber genau da geht das Konzept von Dashboard Confessional auf und auf und auf und auf…
[Sascha Knapek]

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April 7, 2010



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