Cosmopolis


Mit seiner Verfilmung des Don Delillo Romans ‘Cosmopolis’ gelingt David Cronenberg eine erneute Überraschung. Vorbei sind die Tage des Bodyhorrors, ‘Cosmopolis’ ist eine amüsante Abrechnung mit dem Kapitalismus und seinen Ausgeburten wie dem spekulativen Investmentbanking. [»]




Liebe


Haneke macht es uns wieder nicht leicht, zeigt sich aber in gewisser Weise zugänglicher als sonst. Diesmal müssen wir uns nicht mit psychopathischen Jugendlichen rumschlagen, Endzeitstimmungen ausharren, uns von Unbekannten per Video überwachen lassen oder uns im schwarzweißen Fontane-Deutschland rumkommandieren lassen. Heiter und sonnig ist es trotzdem nicht und wird es auch niemals sein und das ist auch gut so, denn jemand muss schließlich auch in die Abgründe hinabschauen.
Trintignant (alt ist er geworden, der Gute!) soll für Haneke der eigentliche Antrieb für dieses Projekt gewesen sein. Gut, dass der inzwischen erheblich gealterte Schauspieler zugesagt hat. Haneke baut also die Wohnung seiner eigenen Eltern nach, um sich am Set wohlzufühlen und mit der Location vertraut zu sein. Bei dem Musikprofessoren-Ehepaar Anne (Emmanuelle Riva, kennt man hauptsächlich als junge Frau in “Hiroshima mon amour”) und Georges (Jean-Louis Trintignant) geht es zwar nicht um das Schicksal seiner eigenen Eltern, aber durch die örtliche Nähe, die sich der Regisseur selbst erschaffen hat, kann er wenigstens sicherstellen, dass die Wohnung zum eigenständigen Charakter wird. Die gesamte Handlung nistet sich dort ein und lässt uns selten heraus, bezieht lediglich ein paar wenige Außenstehende mit ein, wie etwa die Tochter (Isabelle Huppert) der beiden Musiker-Senioren. [»]




We Need To Talk About Kevin


Von Frau Ramsay davor schon “Ratcatcher” gesehen und genossen, jedoch erst nach der Sichtung ihres neuen Filmes erfahren, dass die gleiche Frau dahintersteckt, bzw. wer überhaupt dahintersteckt und dass man sich den Namen unbedingt merken muss. [»]




Norbert Aping – Laurel und Hardy auf dem Atoll

Norberg Aping

Laurel und Hardy, in Deutschland auch besser bekannt als Dick und Doof, sind wohl tatsächlich unsterblich. Der naive Stan Laurel und sein dominanter Freund Oliver Hardy. Ein Komiker-Duo aus Zeiten verstaubter schwarzweiß Fotos, auf denen unsere Großeltern ernst schauen. Überlebt haben die Filme und das Image der beiden Figuren bis heute. Selbst die Generation Schießmichttot, die sich meist von barbusigen Blondinen, Jackass und Vera tut Gutes oder Supernanny unterhalten lässt, kann mit Laurel & Hardy etwas anfangen. Grund dafür ist die Unschuld und der unvergleichbare Charme der beiden. Nun wurde ausgerechnet dem Film Atoll K, der häufig als trauriger und unwürdiger Schlusspunkt der fast makellosen Karriere der beiden Komiker angesehen wird, ein Buch gewidmet. [»]




Code 46

code 46

Angefangen bei cleveren Literaturverfilmungen (Laurence Sterne, Thomas Hardy) über den Musikporno „9 Songs“ bis hin zu Familiendramen und politischen Stellungnahmen („Road To Guantanamo“, „In This World“). Mit jedem seiner Filme schlägt Regisseur Michael Winterbottom einen Haken und glänzt in einem anderen Gewand. Mit Code 46 gelang dem Briten ein Meisterstück, das bei der Kritik und den Zuschauern jedoch kaum Beachtung fand. Eine intelligente Dystrophie zwischen Godards Alphaville und Wong Kar Wais unmöglichen Stadtromanzen. [»]




Melancholia

Melancholia Film

Wenn Lars von Trier wieder mit einem neuen Projekt antanzt, dann ist das in den meisten Fällen eine egozentrische Selbstanalyse. Er will uns keinen Gefallen tun, sondern sich selbst therapieren. Bei den jüngsten Dreharbeiten soll es ihm viel besser gegangen sein, als davor bei “Anichrist”. Das glauben wir ihm aber nicht. Wenn “Antichrist” der Sturz ins dunkle Loch war, ist “Melancholia” bloß ein Versuch, dort heraus zu kriechen, nur um am Ende kläglich zu scheitern.
Was dem Film zu Gute kommt, denn Lars ist der Mann der dunklen Stunde. Es wird gemunkelt, er würde zurzeit wieder im dunklen Wald hocken und am Drehbuch fürs nächste Schauermärchen tüfteln. [»]




Mammut

mammut

Lukas Moodysson setzt in seinem aktuellen Film Mammut (2009) auf 35-mm Globalisierungskritik zwischen New York City und Thailand und lässt die moderne Kleinfamilie in ihrem Elfenbeinturm gezielt vor die Wand laufen. Wie auch in seinen vorherigen Filmen (Together, Lilja 4-Ever, A Hole In My Heart) zeigt Moodysson die Leere seiner Protagonisten auf, wendet Blick und Aufmerksamkeit hin zur Frage nach Unrecht und Schuld, und entzaubert Lebensentwürfe. Die Frage der Schuld muss sich hier jedoch jeder selbst stellen. [»]




Zazie


Zazie Dans Le Metro ist Malles “Spiel”-Film. Ein Werk, bei dem sich der Regisseur frei austoben konnte. Als Vorlage hierfür diente ein wegweisender Roman von Raymond Queneau. [»]




Jonas Mekas


Der Filmkünstler Jonas Mekas zählt zu den Herzschrittmachern des Undergroundkinos und zu den wichtigsten Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts. Sein Selbstverständnis als Filmkünstler subsumierte der alte Mann mit der Bolex Kamera einst mit den Worten “I am not a film director because I direct nothing. I just keep filming”. [»]




Das Irrlicht


Designing a suicide. Louis Malles Film “Das Irrlicht” (Le Feu Follet) fokussiert die letzten 48 Stunden im Leben des lebensmüden Alain Leroy. [»]




Next Page »