Sascha Knapek


Phish

Phish einmal live erleben. Ein großer Wunsch. 1998 hätte gar nicht viel gefehlt. Mein Ziel war Alpine Valley, die Pläne geschmiedet, die Vorbereitungen getroffen, die knapp zwei Autostunden, die vor uns lagen, das Einzige was uns noch von “Character Zero“, “Wilson“ oder “Chalk Dust Torture“ trennte. Und dann die Hiobsbotschaft: Unser Fahrer ist abgesprungen, Alpine Valley muss geknickt werden! So nah sollte ich dem Besuch eines Phish-Konzerts nie mehr kommen. 2004 lösten sich die Herren Anastasio, Gordon, Fishman und McConnell dann auf – das verpasste Konzert in East Troy, Wisconsin wog von nun an noch schwerer. Die „Diese Band werde ich wohl nie live sehen“-Skala wurde um einen Namen länger.

phish

kanye

Kanye West & Jay-Z – Watch The Throne

Die Rettung des Hip-Hops, die wichtigste Rap-Allianz seit N.W.A. oder die überfälligste LP-Kollaboration der vergangenen zwanzig Jahre? Enfant terrible (Kanye West) und Ober-CEO (Jay-Z) machen auf “Watch The Throne“ gemeinsame Sache


Roadside Graves – My Son’s Home

Mit “My Son’s Home“ schaffen die Roadside Graves den Spagat zwischen Sailor-Shanty und Appalachen-Folk. Das US-amerikanische Kollektiv lernte bei den alten Meistern (Dylan, The Band) und orientiert sich an kontemporären Spielkameraden (The Felice Brothers, A.A. Bondy). Eindringliches Songwriting wechselt sich mit der Vorliebe zu rauem Krach und chaotischem Radau ab. Wer zu viel auf amerikanischen Highways unterwegs ist, muss den Tempomat auch einfach mal Tempomat sein lassen.

roadsidegraves

foolight

Foo Fighters – Wasting Light

Die größte Erkenntnis des neuen Foo-Fighters-Albums “Wasting Light“ zuerst: Die Band macht wieder Spaß! Nachdem die Mannen um Dave Grohl vor ihrer gut dreieinhalbjährigen Studioalbumpause irgendwo im langweilenden Dickicht zwischen Breitwandriffs, vorhersehbaren Songstrukturen und dem ewig gleichen Geschreiduktus ausharrten, findet Platte Nummer sieben endlich die Ausfahrt, die zurück zu den Glanztagen der ersten drei Langrillen führt.


Dredg – Chuckles And Mr. Squeezy

Der Ruf ein abwechslungsreicher, vielschichtiger Geheimtipp in einer drögen Rocklandschaft zu sein, scheint auf Dauer zu nerven. Zumindest Dredg. Die Kalifornier legen mit “Chuckles And Mr. Squeezy“ ihr mittlerweile fünftes Studioalbum vor. Dass sie damit die eigenen Fans herausfordern und deren Treue auf eine harte Probe stellen werden, ist schon nach zwei Songs klar. Hier ist jemand auf Krawall gebürstet und will mit einem musikalischen Gegenentwurf sehen, wie weit man gehen kann.

dredg

soundgardeni5

Soundgarden – Live On I-5

Als es Soundgarden anno 1996 in die nicht allzu weite Fremde zog, lag vieles im Argen. Die Grunge-Pioniere drückte der Schuh an diversen Stellen und so beschloss man, nach einer gegen Ende ziemlich turbulenten US-Westküstentour die Doc Martens an den Nagel zu hängen und lieber getrennte Wege zu gehen. Das fünfte Studioalbum auf hohem Niveau, “Down On The Upside“ (Mai 1996), lag zwar nur wenige Monate zurück, aber die Gräben innerhalb der Band waren zu tief, um weiter gemeinsam Musik machen zu wollen. Die Liveplatte, die man auf der angesprochenen Tour mitgeschnitten hatte, verschwand also erstmal im Giftschrank.


Ray Davies – See My Friends

Es ist schon ein Weilchen her, seitdem mir ein neues Album in den Briefkasten flatterte, bei dem Genie und Wahnsinn – „gut“ und „schlecht“ würden es auch tun – so nah beieinanderliegen. Auf Ray Davies neuer Kollabo-Platte “See My Friends“ hat sich der 66-jährige ehemalige Kinks-Kopf diese fragwürdige Ehre redlich verdient. Zusammen mit bekannten Größen wie Bruce Springsteen, Jon Bon Jovi, Metallica, Billy Corgan oder […]

raydavies

foldslonely

Ben Folds & Nick Hornby – Lonely Avenue

Viel Aufmerksamkeit war der Zusammenarbeit der Klavier-Rampensau und des populären Schriftstellers seit ihrer Bekanntgabe gewiss. Nun steht das erste gemeinsame Album des US-Amerikaners Ben Folds (u.a. “The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner“ und “Rockin‘ The Suburbs“) und des Briten Nick Hornby (u.a. “About A Boy“, “High Fidelty“) in den Startlöchern. “Lonely Avenue“ heißt die elf Tracks starke Platte, die zwei Welten mit einem Fingerschnippen vereinigt […]


The Rolling Stones – Gimme Shelter

Knapp vier Monate nach Woodstock zogen die Rolling Stones aus, um Amerika zu erobern. Die Hysterie kannte keine Grenzen und die Konzertreise kulminierte in einem Gratishappening am Altamont Speedway. Um die 300.000 Fans pilgerten ins nordkalifornische Nirgendwo und wurden Zeugen des Anfangs vom Ende der Love-and-Peace-Bewegung.

shelter

nirvanareading

Nirvana – Live At Reading

Im August 1992 war ich gerade mal 13. Vor ein paar Monaten fing ich so richtig an mich für Musik zu interessieren, den ersten CD-Player gab’s zum Geburtstag und die unangefochtene Lieblingsband hieß Nirvana.


Delta Spirit

Es war einer dieser wundervollen Bildschirmmomente. Man stöbert im Internet nach neuer Musik, fndet etwas halbwegs Brauchbares – an das man sich jetzt schon gar nicht mehr erinnern kann – und gelangt von dort zu irgendeiner befreundeten Band.

Photo: Hallie Duesenberg | www.hallieduesenberg.com

lastwaltz

The Last Waltz

„Den letzten Walzer tanzen“ ist ein oft gebrauchtes Sprichwort. Wenn man es hört, denkt man an ver-
schiedene Formen von Schluss- und Endpunkten. Irgendwas ist gelaufen, fertig, vorbei, für immer weg. Wer allerdings The Band mag, der verbindet mit den drei Worten „der letzte Walzer“, oder “The Last Waltz“, etwas ganz eigenes. Nämlich den besten Musikflm aller Zeiten!


Californication 3

Hank Moody war erfolgreich, gefeiert, auf dem Weg zur nächsten “Great American Novel“. Bret Easton Ellis zählte ihn zu den aufstrebenden, jungen Autoren und sein Roman “God Hates Us All“ wurde mit TomKat in den Hauptrollen zum Blockbuster “A Crazy Little Thing Called Love“ umfunktioniert.

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lofaber

Lo Faber 1

Wer vom US-amerikanischen Jam Band-Zirkus redet, der kommt schnell auf die üblichen Verdächtigen: Phish, Widespread Panic, moe., Umphrey’s McGee, String Cheese Incident und die alteingesessenen Vertreter wie z. B. die Allman Brothers Band oder The Grateful Dead. Im gesamten Verlauf der 90er bildete sich in den USA eine Szene, die mittlerweile fast zum Establishment gehört und die durch den Fokus auf Livekonzerte und deren Mitschnitte Maßstäbe für die gesamte Musikwelt setzten.


Neal Casal

Neal Casal hat speziell in den 90ern großartige Americana-Alben aufgelegt. Er war bei den netten Menschen von ’Glitterhouse’ unter Vertrag und veröffentlichte eine kleine Folk-Perle nach der anderen. Im aktuellen Jahrzehnt ist Casal natürlich immer noch als Singer/Songwriter unterwegs, mehr Beachtung fand er allerdings als Kopf der Backing-Band von Ryan Adams, ‘The Cardinals‘. Das Cardinals-Kapitel scheint Senior Adams kürzlich beendet zu haben und “Roots & Wings“ heißt Neals brandneue, mittlerweile auf ‘Fargo‘ erscheinende, Studioplatte. Zwei Gründe den US-Amerikaner mit einigen Fragen zu löchern.

casalinterview