
Du hast den Namen Parts & Animals noch nicht gehört? Tja, dann hast du vor zwei Jahren eines der meist unterschätzten Alben verpasst. Mit “Parc Avenue” legten die drei Musiker aus Montreal einen Psychedelia-Wirbelsturm vor, der hier und da noch heute in den Hinterköpfen der Indie-Jünger tobt. Nun veröffentlicht die Band Ihr zweites Album und wird damit hoffentlich mehr Beachtung finden.
Parts & Animals bringen die nötige Schroffheit in die typisch opulente Vielseitigkeit, die wir von sonstigen Bands aus Kanada kennen. So klingt die Band typisch untypisch. Man möchte Sie auch nach den ersten Durchgängen des zweiten Albums eher in Kalifornien verorten und definitiv nicht mehr loslassen.
Auf ihrem zweiten Longplayer geht die Band etwas härter zur Sache und ergänzt den folkigen Sound immer wieder um raue E-Gitarren. Zunächst startet die Platte jedoch mit einer Fehlzündung. Die ersten beiden Songs dümpeln ein wenig vor sich hin und lassen nur wenig von der facettenreichen Folk-Seligkeit des Vorgängers durchklingen. Spätestens bei “American Idols”, das mit E-Gitarren, einem Saxophon und sonstigem Gedöns bewaffnet daher kommt, fängt sich die Band und zeigt uns ihre Schokoladenseite. Ausschweifend, Detailverliebt und überaus eingängig geht es plötzlich daher. Insbesondere die fantastische Hymne “Game Shows” und das rotzig coole “The Mama Papa” stechen hier hervor.
Nach einem klassischen Fehlstart zünden die Kanadier und rasen mit vollem Schwung in unsere Herzen und Beine. Mit “La La Land” ist der Band ein würdiger Nachfolger zum hochgelobten “Parc Avenue” Album gelungen.
[Sebastian Jegorow]

