Radar Bros – The Illustrated Garden


radarbros Radar Bros   The Illustrated Garden

Manche Plattentitel sagen mehr aus, als eine lange Rezension. So verhält es sich mit dem neuen und mittlerweile sechsten Album der Radar Bros.

Zunächst nehmen wir hier das üblich wohlige Landschaftsbild einer Indierockband wahr. Wohltuende Gitarren paaren sich mit eingängigen Harmonien. Der Teufel steckt hier jedoch mal wieder im Detail. So lauert hinter jeder Hecke und hinter jedem Busch eine kleine Finte , die dem Hörer unerwartete Glücksmomente bereitet. Ein überraschender Schlenker im Refrain hier, eine Textzeile zum Schmunzeln da.

Fast hätte es dieses Album gar nicht gegeben. Schließlich gaben die Radar Bros 2008 ihren Split bekannt. Jim Putnam, der Kopf der Radar Bros, erweckte das Projekt jedoch wieder zum Leben und besorgte sich für die Aufnahmen zu “The Illustrated Garden” mit dem Bassisten Be Hussey und dem Drummer Stevie Treichel einfach zwei neue Mitstreiter. Diese fügen sich perfekt in den Sound des Radar Bros Kollektivs ein. Am sonnigen Klangbild der Radar Bros hat sich durch den Wechsel zum Glück nicht viel geändert. Noch immer sorgt die Band für lockeren Gitarrenpop, der auf “The Illustrated Garden” lediglich etwas rockiger daherkommt. Die zehn Songs, die uns die Radar Bros hier vorlegen, wirken trotz ihrer Indie-Attitüde sehr durchdacht und clever konstruiert. Insbesondere “Horses Warriors” könnte hierbei um die Krone zum perfekten Song mitkämpfen.

Eine alte Popseele wie Jim Putnam tritt man nicht so schnell aus der Bahn. Die Radar Bros sind pünktlich zum Sommer wieder zurück. In neuer Besetzung liefert die Band hiermit sogar eines ihrer stärksten Alben ab.
[Sebastian Jegorow]