
Der siebte Streich soll die Waliser Rockband Stereophonics wieder zurück auf Kurs bringen. Nach zwei äußerst halbgaren Scheiben – “Language. Sex. Violence. Other?“ (2005) und “Pull The Pin“ (2007) – sind die vier Herren um Frontmann Kelly Jones darauf aus, es noch einmal wissen zu wollen. Zurück auf Start und ohne Hektik die frischen Glanztaten der Anfangstage heraufbeschwören, könnte das Motto der “Keep Calm And Carry On“-Sessions gewesen sein. Und unterm Strich geht diese Rechnung sogar auf.
Zwölf neue Tracks versammelt die am 26. Februar in Deutschland erschienene Stereophonics-Platte und nach mehreren Durchgängen reibt man sich verwundert die Augen, der gähnende Stillstand der letzten Langrillen ist einer Art Aufbruchstimmung gewichen. Jones krächzt endlich wieder so schön wie vor zehn bis zwölf Jahren und dank einer kleinen Infusion Wahrheitsserum hat das Quartett aus dem Vereinigten Königreich auch ohne Probleme wieder den Weg zurück zum Rock’n’Roll gefunden.
Textliche Großtaten braucht man zwar von Kelly Jones und seinen Kollegen auch auf “Keep Calm And Carry On“ wiedermal nicht zu erwarten, aber seien wir mal ehrlich, das tut ja auch niemand. Es geht um Frauen, Partys und das von ungeheuer aufregend bis stinklangweilig auspendelnde Leben als neuzeitlicher britischer Lad. Die siebte Studioplatte der Waliser ist knackiger Rock’n’Roll fürs Autoradio und den anklopfenden Frühling. Kein essenzielles Album für die Allgemeinheit, aber die Stereophonics sind besser als ihr mancherorts ziemlich lädierter Ruf.
[Sascha Knapek]

