Samavayo – One Million Things


samavayo Samavayo   One Million Things

Samavayo? Der Bandname klingt doch eher nach dem neuen Fünftürer von Seat, als nach einer Band aus dem Alternative Bereich. Den Songs der deutschen Nachwuchsrocker tut dies keinen Abbruch.

Voll auf die Zwölf ist hier zunächst die Vorgabe. Der Sound der vier Musiker aus Berlin erinnert an den dreckigen Rotz der Projekte von Josh Homme oder Klassiker wie Fu Manchu. Das Quartett selbst hat hierbei eine eigene Stil-Schublade eingerichtet, die schlicht “Fuel” heißt. Ganz so innovativ klingt die Musik jedoch eigentlich auch nicht. Der Opener “Go” legt der Vorgabe entsprechend ein ordentliches Tempo vor. Die lauten Klänge und die offensive Ausrichtung steht hierbei jedoch in einem Spannungsverhältnis zu gelegentlichen leisen Tönen. Das macht tatsächlich Spaß und geht beim darauffolgenden “Wait” ähnlich gut.

Im Laufe der Platte zeigen sich die Berliner auch durchaus von anderen Seiten. “Teheran Girl” schwebt über fernöstlichen Klängen, bei “Greatest Fan” wird zunächst einen Gang zurückgeschaltet und “Illusions” überzeugt mit einer eingängigen Gesangsmelodie. Ein ständiger Begleiter ist jedoch auch hier die Wucht der Gitarren, die am Ende doch immer wieder siegt. Zum großen Sprung fehlt hier noch eindeutig die und ein. Einige Songs dümpelnd rumpelnd vor sich hin und wollen so gar nicht zünden.

Im Zirkus des Alternativerock könnten sich Samavayo tatsächlich zu einer Hauptattraktion entwickeln. Auf ihrem Debüt zeigt die Band zumindest Geheimtipp-Qualitäten.
[Jana Lüdecke]
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