
Als treuer Daily Show-Gucker weiß man, die New York Mets haben es nicht leicht. Die Stadtrivalen, die Yankees, gewinnen seit Jahren eine World Series nach der anderen, und die Metropolitans warten seit 1986 auf den großen Erfolg. Jon Stewart rauft sich die Haare, aber einmal Fan, immer Fan. Das gilt natürlich auch, nachdem das altehrwürdige Shea Stadium abgerissen, und als brandneues Citi Field wiedereröffnet wurde. Im alten Stadion gewannen die Mets alle (zwei) ihrer Meisterschaften und auch abseits des amerikanischen Nationalsports machte die Spielstätte von sich reden. 1965 traten z.B. die Beatles hier vor über 55.000 Menschen auf. Die bis dato größte Kulisse bei einem Rockkonzert und für viele der Höhepunkt der US-Beatlemania – ein 34 Minuten langer Moment für die Geschichtsbücher des Rock’n’Roll.
Billy Joel spielte dann über 40 Jahre später das letzte Konzert im Shea Stadium, als Überraschungsgast kam Paul McCartney auf die Bühne. Als ein Jahr später dann die die Eröffnung des neuen Citi Fields anstand, schloss sich der Kreis endgültig. McCartney spielte drei gefeierte Shows, die nun als schickes CD/DVD-Set veröffentlicht werden. “Good Evening New York City“ heißt das randvolle Package, das in drei Wochen sicherlich nicht selten unter den Weihnachtsbäumen vieler Pilzkopfanhänger liegen wird. McCartney spielt sich durch die Höhepunkte seines kompletten Katalogs (von Beatles, über Wings, bis hin zu The Fireman).
Am 17., 18. und 21. Juli 2009 enterte McCartney die Bühne des Citi Field und begrüßt als Gast u.a. Billy Joel, der den Überraschungsauftritt des Ex-Beatle mit gleicher Münze zurückzahlt. Das gemeinsam vorgetragene “I Saw Her Standing There“ gerät ebenso zu einem Höhepunkt wie das besinnlich intonierte “Blackbird“ und die vielen anderen Beatles-Verweise (“Back In The U.S.S.R.“, “Helter Skelter“, “Hey Jude“, “Yesterday“ oder “Day Tripper“, um nur einige zu nennen). Klang und Bild sind erstklassig, McCartney-Freunde können ohne zu zögern zugreifen und mit dem Set die Wartezeit auf den nächsten Deutschlandbesuch verkürzen.
[Sascha Knapek]

