Aluminum Babe – 17


aluminum Aluminum Babe   17

Mit ihrem dritten Longplayer ritzen Aluminum Babe aus New York einen eigenen kleinen Ast in den Familienbaum der allseits bekannten Postpunk- und Garagerock-Bands.

Es muss das Alter sein, auf das Aluminum Babe mit ihrem Albumtitel “17″ anspielen. Der Sound der vier New Yorker klingt nämlich jugendlich frisch und erinnert an lange Nächte in verrauchten Indieclubs. Keine Spur von einem Gedanken an den Kater danach. Beim Opener “Infatuation” handelt es sich tatsächlich um eine quirlige Maßschneiderung für den Dancefloor, die zudem in drei brauchbaren Remixarbeiten (unter anderem ein Mix von Jose Gonzales) auf dem Album vertreten ist. Der Opener ist zugleich Schablone für einen großen Teil der übrigen Platte, die hauptsächlich von lauten Riffs, dem dreckigen Sound der Band und Anna Liedbergs prägnanter Stimme lebt.

Bei der Produktion der Platte handelt es sich um eine geglückte Zusammenarbeit des ehemaligen Rival Schools Gitarristen Ian Love und Gerard Garone, der einst Teil von Radio 4 war und zumindest Radio 4 passen hier als Referenz perfekt. Hier geht es schließlich ähnlich rotzig zur Sache wie auf dem Radio 4 Klassiker “Gotham”. Positiv sticht auf “17″ insbesondere das “Psycho Killer” Cover und die kurz darauf folgende Pop-Perle “Restart The Batteries” hervor. Sonst dümpelt vieles vor sich hin und regt mal zum Achselzucken, mal zum Fußwippen und hin und wieder auch zu groß angelegten Tanzbewegungen an.

“17″ ist sicherlich alles andere als die Vertonung einer Garage-Revolution. Unter Discokugeln dürfte die Musik des Vierers jedoch für viel Freude und so manch tollen Moment sorgen.
[Sebastian Jegorow]
ohr Aluminum Babe   17