Gary Go – Gary Go


garygo Gary Go   Gary Go

Gary Baker, alias Gary Go, war diesen Sommer der Support-Act von Take That. Allein diese Bemerkung genügt, um sich ein vorschnelles und mit Vorurteilen beladenes Urteil zu erlauben. Bevor man den smarten Briten allerdings in irgendeine Schublade steckt, sollte man sich sein Debütalbum “Gary Go“ anhören. Es handelt sich dabei zwar sicherlich um nicht allzu waaghalsige Popmusik, aber so dumpf wie die von Take That oder James Blunt ist der Entwurf von Gary Go bei Weitem nicht.

Sein Debüt unterteilt Gary Go in die beiden Teile “Of Youth“ und “Of Beauty“. Die genaue Trennlinie erschließt sich einem leider nicht sofort, allerdings zeugt “Refuse To Lose“ als Beauty-Einstieg für anerkennend hochgezogene Augenbrauen. Gary kann hier mehr als nur Pop und genau diese Nummern sind es auf dem Album, die man sich gerne wieder anhört. Sie orientieren sich an den Vorlieben von Gary Go und nicht an irgendwelchen Schablonen, die einem irgendwelche Pop-Fließbandarbeiter auf den Leib schneidern. Man erkennt den Willen und die Instrumente, an denen Gary Go seine Songs schreibt. Definitiv ein Vorteil.

Mr. Baker ist Jahrgang 1985, also noch relativ jung, unbelastet und formbar. Er kann nun entweder weiter nach seiner eigenen Identität suchen, oder sich als Songwriter in ungefährlichen Wind stellen und eine lange, nichtssagende Schmuse-Pop-Reise anvisieren. “Gary Go“ hat die Ansätze, die für den ersten, künstlerischen Ansatz sprechen. Aber leider hat er bestimmt auch eine Schar von „erfahrenen“ Beratern, die hier ein paar leicht verdiente Dollar/Pfund/Euro wittern. Der junge Mann muss sich also entscheiden, und wir können ihm nur raten: Gary Go!
[Sascha Knapek]
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