
Ach, was waren das noch für Zeiten. Ich jung und Biffy Clyro auf Dauerrotation. “Christopher´s River” und “27″ waren 2002 Stammgäste meiner Ohren. Emo war damals dank des andauernden Echos der New End Original und Far Alben noch immer Musik und diese wurde hauptsächlich auf CDs vertrieben.
Und anno 2009? Ich bin nicht mehr ganz so jung und die drei Schotten von Biffy Clyro bei mir nicht mehr wirklich auf Dauerrotation. Mit ihrem neuen Album gelingt es der Band jedoch die ständige Weiterentwicklung, die bereits beim zweiten Album “The Vertigo Of Bliss” einsetzte, eine Stufe weiterzutreiben und ein glanzpoliertes und testosterongeladenes Rockwerk mit Pop-Elementen abzuliefern. Ähnlich wie auf “Puzzles” setzt man hier verstärkt auf einen bombastischeren Sound und catchy Refrains.
Die Tatsache, dass Biffy Clyro überaus gute Musiker sind, macht sämtliche “Sell Out” Vorwürfe nichtig. Selbst die Kritiker, die hier erbost Mainstream rufen, können Nummern wie “Cloud”, “Bubbles” (mit Josh Homme als Gast) oder “The Golden Rule” nicht ihre Qualität absprechen. Die emolastigen Einflüsse, die insbesondere “Blackened Sky” prägten, klingen hier und da noch immer durch. Produzent Garth Richardson sitzt wieder an den Reglern und sorgt dafür, dass der Bombast mancher Tracks nicht in einen nervigen Größenwahn á la U2 abdriftet. Viele Tracks auf “Only Revolutions” machen großen Spaß und dürften sich ebenfalls in Alternative-Discos Zuhause fühlen.
Mit “Only Revolutions” haben Biffy Clyro tatsächlich den großen Schritt an die Spitze gemacht und sich eher Bands wie Snow Patrol genähert. Voller Nostalgie trauern wir dem alten Sound hinterher und freuen uns über eine durchaus gelungene Rockplatte, die zünden wird. Keine Frage.
[Sebastian Jegorow]

