
Musikalisch gesehen ist Mark Lenegan ein polygamer Schürzenjäger. Hier eine musikalische Affäre, da etwas festeres. So richtig binden möchte sich Lenegan seit dem Ende der Grunge-Ikonen Screaming Tree nicht mehr. Das musikalische Spektrum reicht dabei von rockig wild wie den Queens Of The Stoneage bis hin zu sanften Duetten mit dem ehemaligen Belle & Sebastian Mädchen Isobel Campbell. Hinzu kommen noch die Gutter Twins und die dazu passende Teilnahme an einigen Twilight Singers Alben. Ach, das könnte noch so weiter gehen.
Dabei stehen hier eigentlich die Soulsavers im Mittelpunkt, die seit über fünf Jahren aus den Soundtüftlern Rich Machin und Ian Glover bestehen. Zum erweiterten Kreis gehört ebenfalls Mark Lenegan. Vor zwei Jahren traten die Soulsavers dann mit “It´s Not How Far You Fall, It´s The Way You Land” in den Fokus unzähliger Musikkritiker, die ihre Platte abfeierten. Beim Nachfolger hat die Band neben Mark Lanegen noch einige weitere Musiker eingeladen. Insbesondere erwähnt werden muss hier der ewige Romantiker Richard Hawley, der mit Mark Lenegan ein Duett anstimmt. Eine wundervolle Nummer, die wie der Rest der Platte insbesondere durch die Stimmung und die facettenreichen Arrangements glänzt. Hier hauchen sanfte Bläser dem Hörer in´s Ohr und kurze Zeit später setzen Streicher ein, die ihr Ziel nicht verfehlen und die Dramaturgie der Platte steigern.
Trotz der großen Abwechslung, die wir dank Rocknummern wie “Death Bells” geliefert bekommen, liegt der Schwerpunkt hier eindeutig bei düsteren WildwestSongs. So passt auch der alte Palace Brothers Klassiker “You Will Miss Me When I Burn”, der von Mark Lenegan vorgetragen wird (im Gegenzug singt Will Oldham mit den Soulsavers den Song “Sunrise”, den man auf der Platte leider vermisst). Wenn Jonny Greenwoord nicht solch großartige Arbeit abgeliefert hätte, dann könnte man sich die Stücke der “Broken” Platte als musikalische Begleitung zu “There Will Be Blood” vorstellen. Eine Platte zwischen intimen Glanzlichtern und Megalomanie voller Glanz und Opulenz.
[Sebastian Jegorow]

