Muse - The Resistance

Auch als Musikfan darf – ja muss – man das Recht haben etwas aus Prinzip und ohne Angabe von Gründen scheiße zu finden. Warum ich das sage? Weil mir die von Kritikern und Fans allseits hochgelobte britische Prog-Brit-Pop-Band Muse herzlich und voller Freude am Allerwertesten vorbeigeht. Also oberflächlich interessieren tut mich die Band schon irgendwie und ich verfolge auch ihren von Album zu Album wachsenden Status, aber die Musik, die der Prog-Hybrid macht, könnte für mich nicht langweiliger und peinlich bedeutungsschwanger sein.
Wer übrigens sagt, ich solle mir Muse erst einmal live ansehen, bevor ich mir ein Urteil über diese Band erlaube: das habe ich. Im Jahr 2000 bei Rock am Ring. AlternaStage oder wie die zweite Bühne da hieß. Den Namen Muse kannte ich damals schon, nur wusste ich nicht, ob das etwas für mich ist. Aber die Neugier war da. Also hingehen, angucken und – Trommelwirbel – langweilen! Die Selbstbeweihräucherung und das schier endlose Gejaule wollte einfach nicht enden. Trotzdem bin ich bis zum Schluss geblieben. Seitdem steht fest: Muse mag ich nicht. Die folgenden Alben bestärkten mich dann nur noch in diesem Urteil. So viel also vorweg, denn trotz meiner innig geliebten Abneigung gegenüber Muse möchte ich versuchen möglichst vorurteilsfrei – haha, als ob das ginge – über ihr neues Album “The Resistance“ zu schreiben. Na mal schauen, was mir da so einfällt…
Die CD dreht sich im Player und los geht er, der computeranimierte 80’s-Flashback. New Prog schimpft sich das, glaube ich, was Muse da seit Ende der 90er veranstalten. Warum endlose Queen-Zitate – man braucht sich nur den Titeltrack anzuhören – und kilometerhohe Pathos-Mauern allerdings so innovativ und großartig sein sollen, erschließt sich mir einfach nicht. Die Stimme bleibt auch nach den ersten Tracks von “The Resistance“ weinerliches Selbstzweckgejaule und der Sound erinnert an das uneheliche Bandkind von Placebo und den gerade schon erwähnten, und von Freddie Mercury angeführten, Queen. Ich hör’s und warte mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit und Ungeduld aufs nächste Lied.
Worin steckt bloß dieser grandiose Kern, der Muse an allen Ecken des Spektrums so attraktiv macht? Ich frage es leise in mich hinein und komme gleichzeitig zur Erkenntnis, dass jemand den Queen nervt, Coldplay über alle Maßen langweilt, der nur die Radiohead-Alben bis “OK Computer“ hört und pathosgeladene Computersounds in der Rockmusik verabscheut, bei Muse einfach nie auf einen grünen Zweig kommen wird. Unterm Strich sind Muse wie Grünkohl, entweder man liebt oder hasst die Pampe. Und ich muss euch sicher nicht erzählen, was zu den Gerichten gehört, die ich so ganz und gar nicht auf meinem Teller sehen möchte.
Natürlich wäre es leicht gewesen eine Band, die mich einfach nur kolossal langweilt hier kurz zu verreißen und einen Haken dran zu machen. Zu einfach. Denn irgendwas hat diese Band ja, sonst würde es mich auch glaube ich gar nicht interessieren, wenn die ein neues Album rausbringen. Allerdings macht mich auch “The Resistance“ nicht zum Fan, eher wieder im Gegenteil. Bitte verzeiht mir, liebe Muse-Fans, ich mein’s nicht böse und hab’ diesmal wirklich, wirklich, wirklich versucht etwas zu finden, was mich fasziniert, bindet oder sogar einfach nur dazu veranlasst diese Platte gerne zu hören. Leider war die Suche wieder vergeblich, Muse und ich werden in diesem Leben wohl nicht mehr zueinanderfinden. Vielen geht’s da anders und genau so soll das Musikhören ja auch sein, subjektiv bis in die verdiente Bewusstlosigkeit. Selbst die wäre für mich wohl noch spannender als eine Muse-Platte. Aber genug mit der Meinung bildet euch einfach eure eigene und alles wird gut.
[Sascha Knapek]
September 21, 2009









und warum schreibst du dann einen artikel über muse wenn du sie nicht magst? lass es doch einfach.