
Mark Twain würde wohl strahlend im Sessel versinken, wenn er Duke And The King, die sich nach zwei seiner Figuren benannt haben, hören würde. Simone Felice, Schlagzeuger der Felice Brothers, und seinen Freunden Robert Burke und Nowell Hackins ist mit “Nothing Gold Can Stay” ein zauberhaftes Debüt gelungen.
Die rohe Spielfreude der Felice Brothers wird auf dem ersten Album des Trios gegen zarte Songstreicheleinheiten eingetauscht. Ein Hauch Cat Stevens weht hier durch die meisten Nummern und auch an Neil Youngs ruhige Alben fühlt man sich hin und wieder erinnert. Nach dem recht unspektakulären Opener, gelingt es der Band mit dem bezaubernden Song “The Morning I Get To Hell” den Hörer auf seine Seite zu ziehen. Und auch bei den darauf folgenden Nummern kann die Band die Latte recht weit oben halten.
“Lose Myself” wirkt wie ein psychedelisches Manifest oder eine klare Ortsbestimmung. Hier sind wir im Retroland. Und all dies, obwohl der Einfluss des Produzenten Bassy Bob Brockman, der sonst eher Hip Hop Musikern den Feinschliff verleiht, hier durchaus durchklingt. Immer mal wieder werden Elektrobeats und Effekte eingestreut, die insbesondere der Rythmusbegleitung mehr Profil verleihen. Dadurch gelingt es der Combo die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder auf sich zu lenken und die Platte nicht in einem Einheitsbrei untergehen zu lassen. Lediglich zum Ende hin stolpern sie mit ihrem schlenderhaft langsamen Gang über die eigenen Füße.
So glückt Simone Felice und seinen Mitstreitern eine homogene Platte, die vielleicht nicht die überschwängliche Euphorie der Felice Brothers verbreitet. Doch was macht das schon, wenn man hier mit so liebevollen Songs versorgt wird?
[Sebastian Jegorow]


