Colbie Caillat - Breakthrough

Wo wäre Colbie Caillat nur ohne den Riesenerfolg von Jack Johnson und Konsorten? Eine Frage, die sich nach dem chilltuneigen Surf-Songwriter-Hype der letzten Jahre nur spekulativ beantworten ließe. Klar ist, Caillat wurde von Anfang an gezielt als weibliche Version von Jack Johnson vermarktet. Der Erfolg gibt den Strippenziehern recht, doch liegen zwischen Johnsons großartigen Chilltunes – zumindest die der ersten beiden LPs – und Colbie Caillats gefälligen Popnümmerchen für jedermann Welten.
Als Gaststar hat man auf Caillats Zweitling sogar einen waschechten Songwriter, des bereits angesprochenen Hypes, Jason Mraz, platzieren können. Im Duett flüstert man sich bei “Lucky“ harmlose Nettigkeiten zu, die auch schon auf Mraz‘ letztem Album zu finden waren. Darauf war “Lucky“ eine der schwächsten Nummer, auf “Breakthrough“ ist sie das genaue Gegenteil.
Demnächst geht die hübsche Sängerin in den USA mit Howie Day auf Tour, noch so ein bis zur Unkenntlichkeit gehypter Songwriter, der vor acht Jahren einmal mehr als vielversprechend war. Eine Ewigkeit ist’s her! Im Gepäck hat jeder dann ein langweiliges und unspektakuläres neues Album. Das von Colbie Caillat wird sich bis dahin prächtig verkauft haben, die Singles werden im Radio hoch und runter laufen. Und warum das alles? Na, weil die 13 “Breakthrough“-Tracks schöne und ungefährliche Pophappen sind, die der Inbegriff von Beiläufigkeit sind und praktisch zur Nebenbeiberieselung geschaffen wurden.
Fräulein Caillats Album ist für all diejenigen gemacht, denen Juliane Werding näher als Joni Mitchell ist. Zuckersüßer, und dadurch zahnlos werdender, Pop, der keinem wehtut und kaum gefälliger sein könnte als auf “Breakthrough“. Ein kreativer Durchbruch ist das zweite Album der 24-jährigen wahrlich nicht, dafür ist die konsequente Weiterführung des Erfolgsrezepts von “Coco“ (2007) einfach zu offensichtlich und einfallslos umgesetzt worden. Aber vielleicht meint man ja auch eher den kommerziellen Durchbruch, denn den kann Colbie Caillat in Zeiten von Miley Cyrus und den Jonas Jungfrauen mit “Breakthrough“ durchaus, und endgültig, schaffen. Spannender macht das die ganze Angelegenheit natürlich um keinen Millimeter, aber in unsere dröge Radiolandschaft passt’s perfekt!
[Sascha Knapek]
August 23, 2009









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