
Die Vögel sitzen auf den Ästen und warten auf den Winter. Das Cover vom zweiten McCarthy Trenching-Album “Calamity Drenching“ liefert einen Hinweis auf das schon etwas zurückliegende Erscheinungsdatum. Im Herbst 2008 erschien die Platte auf Conor Obersts ‘Team Love Records‘ und wir nehmen den anklopfenden Frühling nun zum Anlass, euch die Scheibe hier kurz vorzustellen.
Dan McCarthy ist der Kopf der nach ihm (mit)benannten Band aus Omaha, Nebraska (wo sonst soll man auch herkommen, wenn man bei Conor Oberst erscheint). Der Mann, der viele auf der zweiten Platte enthaltenen Instrumente selbst eingespielt hat, beweist zwölf unmissverständliche Male, warum Mr. Oberst so große Stücke auf ihn hält. In der Schnittmenge von Bright Eyes, M.Ward, Folk Implosion und Felice Brothers entstanden Tracks, denen der unbändige Wille für sich sprechen zu wollen an der Nasenspitze anzusehen ist. LoFi-Americana, zurückgelehnt und erfreulich unaufgeregt.
Das zentrale Thema auf “Calamity Drenching“ ist die Zurückweisung. Die Formen dieser persönlichen Rückschläge unterscheiden sich – von Religion bis zu Pferderennen ist alles am Start. Die Songs von Dan McCarthy und seinen Freunden rücken herzschweren Stoff in friedfertiges Licht. Dabei hilft, dass McCarthy Trenching ihre Songs gerne Zuhause aufnehmen, “Calamity Drenching“ machte dabei keine Ausnahme. Im heimischen Wohnzimmer wurde fast alles auf 8-Spur gebannt. Warum genau dort? Weil da das Klavier steht!
[Sascha Knapek]


