
Wie zwei Schätzchen sehen Ron Peno (ehemals Died Pretty) und Kim Salmon (ehemals Beats Of Bourbon, The Scientists), aka The Darling Downs, nun wirklich nicht aus. Manisch verkniffen blicken uns die beiden australischen Musiker vom Cover ihrer aktuellen LP “From One To Another“ an und man erwartet, zu Recht, schwere Kost. Ron Peno singt und guckt dementsprechend noch trüber aus der Wäsche als sein zupfender Kompagnon. Im Verlauf der elf Tracks winden sich eher trübe Qualen aus Penos Körper, als das man von unbeschwertem Singen reden könnte. Man riecht die modrige Aura förmlich und bei diversen Nummern sind die Darling Downs dunklem Gothic-Country weitaus näher, als der oft gewählten Alt.-Einordnung.
Beide Herren kommen mehr oder weniger aus dem Punk. Hören tut man das auf “From One To Another“ zwar nur selten, aber die Australier verstecken ihre Herkunft nicht. Man verlagert die Andersheit jetzt nur. Das Duo zupft Banjos und Akustikgitarren, verschreibt sich dunklen Klang- und Textbildern und reist durch die Wüste. Das kann aus Austin kommen, allerdings – wie man an The Darling Downs sieht – auch aus Australien. Es braucht zwei bis drei Albumdurchläufe, bis man hinter das Konzept von Peno und Salmon steigt, aber liegt das hinter einem, jault man mit. Der zu brachiale Americana-Ansatz verwirrt anfangs und man kann gewisse Farbtupfer nur schwer zuordnen. Jedoch leben die Darling Downs genau von diesem Zwiespalt. Australischer Outback-Wehklang mit Krawatte.
“From One To Another“ ist herrlich alt und trüb instrumentiert; Stärke und Schwäche zugleich. Manches passt in den dunklen Kontext und manches macht die Geschichte auf Albumlänge dann doch eine Umdrehung zu depressiv. Wenn der vorletzte (und beste) Track der Platte, “There’s A Light Part 2“, erklingt, weiß ich immer noch nicht ob ich das Gehörte jetzt großartig verschachtelt oder überladen schwarz finden soll. Ein endgültiges Urteil wird noch ein paar Durchgänge brauchen. “From One To Another“ fordert, es gibt schlimmere LP-Tugenden.
[Sascha Knapek]

