Cassandra´s Dream


In der Vergangenheit haben sich Regisseure im Rahmen ihrer Trilogie-Projekte meist zumindest einmal blamiert. Man denke nur an den zweiten Teil der “3 Farben Trilogie” von Kieslowski oder Gus Van Sants “Paranoid Park”, das sich zuletzt als platter Langweiler entpuppte.

Woody Allen ist in Sachen Trilogien jedoch bereits Prof. Schließlich zählt seine New York Trilogie zu den Highlights seiner Karriere. Da ist ein würdiger Abschluß der recht guten London-Trilogie (“Scoop”, “Matchpoint”, “Cassandra´s Dream”) für ihn reine Routine.In dem besagten dritten Film der London-Trilogie versuchen zwei Brüder mit den großen mitzuhalten und reiten sich mit den üblichen Krankheiten unserer Zeit (Statussymbole, verwöhnte, Frauen, Poker) in die Scheiße. Bis zum Hals im Mist treffen sie auf den reichen Onkel Howard und erhoffen sich von ihm die Rettung. Dieser möchte diesmal jedoch eine Gegenleistung. Einen Sündenfall, der wie im “Traum eines lächerlichen Menschen” zum tragischen Dominoeffekt führt Nein, “Cassandras Dream” ist ebensowenig ein Geniestreich wie die beiden anderen Teile dieser Trilogie. Hier fehlt natürlich der Charme, der einer Hochglanz-Ästhetik weicht.

“Cassandras Dream” ist jedoch trotzdem ein kleiner Stein auf Allens Monument, das inzwischen vielfach größer ist, als der kleinwüchsige New Yorker selbst. Mal wieder beweist Allen, der keinem mehr etwas beweisen muss, dass er in jedes Genre beherrscht. Ein begabter Regisseur dreht einen spannenden und gut in Szene gesetzten Thriller. Nicht mehr, jedoch auch nicht weniger.
[Sebastian Jegorow]

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November 14, 2008



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