
It´s easy to play Postrock. Könnte man meinen. Da sparst du dir den Sänger, brauchst dich also nicht mit irgendeiner betrunkenen Diva rumärgern, Lyrics schreiben brauchst du sowieso nicht, kannst spaßige Songtitel ausdenken und hast dafür eine pseudointellektuelle Fangemeinde zu Füßen, die dir treu wie die Lemminge folgt.
Könnte man zunächst angesichts der Flut an Postrock-Platten, die selbst im Jahre 2006 noch Monat für Monat auf den großen oder kleinen Markt geschwemmt werden, meinen. Dass die Sache doch etwas anders aussieht und uns diese Welle hier und da auch ernsthaft gute Bands vor die Füße schwemmt, das haben in den vergangenen Jahren Bands wie We Vs. Death, Gregor Samsa, September Malevolence oder eben die Großväter Mogwai bewiesen. Nun liegt uns hier also das Debüt von pg.lost vor und im Kopf die Frage, ob das nun mal wieder einer dieser unspannenden Postrock-Epigonen ist oder eine ernsthaft hörenswerte Band.
Das Ergebnis des Höreindrucks ist überwiegend positiv. So geben sich die fünf Schweden auf ihrem Debüt-Longplayer kreativ und kreieren auf beeindruckende Art und Weise düstere Klanglandschaften. Besonders bei den Klaviereinsätzen und dem Feedbackspiel trumpfen pg.lost auf. Hier zeigt sich ihre Musik von der Schokoladenseite. Da hätte man sich die lauten Elemente ganz sparen können, die hin und wieder keine Spannung erzeugen können und nur beim gigantischen “Pascal´s Law” ordentlich greifen. Diese sind nämlich an manchen Stellen das einzige Manko dieser sonst entzückenden Platte.
[Sebastian Jegorow]

