Wayne Graham – Mexico


Keine Ahnung wie die unbekannte Band aus Kenntucky ihren Weg nach Dresden fand. Wir sollten dem K&F Label jedoch für diese Americana-Entdeckung auf Knien danken.

Wayne Graham war und ist ein Familienbetrieb. Die beiden Mitglieder sind verbrüdert, haben die Band nach ihrem Großvater benannt, ihre Mutter übernahm das Management und im Wohnzimmer hat das Duo die ersten musikalischen Gehschritte gewagt. 6 Jahre sind vergangen seit Wayne Graham im middle of nowhere in Kenntucky eine Band gegründet haben. Musikalisch sind sie seitdem gereift und haben nun spätestens mit ihrem vierten Album mehr Hörer verdient.

Die 11 Stücke auf Mexico sind vor allem von einer Lockerheit geprägt, ohne sich in langen Instrumentalpassagen und überlangen Jams zu verlieren. Es vergehen gerade mal ein paar Takte, ehe Wayne Graham im Opener Borrowed Bed und Real Speed Limit mit dem perfekten Zusammenspiel und einer einfachen Hook das Herz erobern oder in New Favorite Song ohne viel drumherum ein selbstreflexives Stück Zauber vorführen.

​Kenny Miles Stimme und der staubige Americana-Sound lassen dabei Uncle Tupelo und Wilco irgendwo in dieser chaotischen Zeit zwischen Summerteeth und Yankee Hotel Foxtrott als einzig konsequente Referenz erscheinen. Selbst textlich gibt es mit Zeilen wie „every lie I believed was a lie I told“ smarte Liebesgrüße nach Chicago.

Das Album haben Wayne Graham einem verstorbenen Freund gewidmet und streifen den Verlust immer wieder im Kern und an den Rändern der Songs. An sich ist Mexico, das von dem Duo fast komplett im Alleingang eingespielt wurde, jedoch keinesfalls von Trauer geprägt. Die Gitarre ​vermittelt in Broken China zwischendurch kurz etwas Dringlichkeit, ehe der Songs sich wieder auf das geschmeidige Tempo einpendelt.

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