Way Back When Festival 2016


Das Way Back When beweist, dass ein Ballungszentrum wie das Ruhrgebiet perfekt für ein gemütliches Indoor-Festival geeignet ist. Auch im dritten Jahr verwandelte das Way Back When das urbane Umfeld Dortmunds in eine Spielwiese für entdeckenswerte Newcomer und alte Bekannte wie The Slow Show oder Tocotronic.

^.


Einziger kleiner Dämpfer 2016 war die Zeitverlegung gegenüber der Vorjahre. So fand das Festival diesmal von Donnerstag bis Samstag statt. Der entspannte Festivalsonntag des vergangenen Jahres musste einem leicht abgehetzten Feierabendbier bei guter Musik am Donnerstag weichen. Dabei gab es beim Way Back When 2016 gerade am Donnerstag eine Aneinanderreihung an Highlights.

Während Axel Flovent mit seinen Songs noch die Zuckerherzen auf den Kirchbänken der Pauluskirche erweichte, begannen die Vimes ihr Set im Domicil und lieferten mit ihren warmen Beats und Elektrospielereien das perfekte Warm Up für Palace. Auch live wird bei Palace recht schnell klar, dass die Band aus London mit ihrem bald erscheinenden Album So Long Forever zum Big Player im Indie-Business wird. Immer wieder weckten die vier Briten Erinnerungen an die Foals und spielten sich im FZW durch ein beachtliches Set, das neben der alten Bekannten wie Veins oder Bitte so einige neue Facetten der Band zeigte. Und während The Slow Show, die vor zwei Jahren beim Way Back When noch als Newcommer gespielt haben, mit viel Feingefühl ihre neuen Songs präsentierten, betraten im FZW mit Tocotronic 23 Jahre Hamburger Schule die Bühne. Und Tocotronic vereinten ihre gesamten 23 Jahre in diesen knapp 90 Minuten. Die alte Noise-Liebe, die smarten egozentrischen Texte und die Erhabenheit der letzten Alben, sie alle waren an diesem Abend da.

Der Freitag begann mit I Am Jerry zwar recht poplastig, doch er stand mit We Were Promised Jetpacks und den Augustines im Zeichen der großen Emotionen. Große Vorfreude herrschte hier vor allem auf den Auftritt der Jetpacks. Dass die Songs von These Four Walls und In the Pit of the Stomach das etwas schwachbrüstige letzte Album übertrumpfen, war von Anfang klar. Live ist die Band aus Edinburgh jedoch auch an den schwächsten Stellen atemberaubend. Im Falle der Augustines, bei den auf der aktuellen Tournee alle Zeichen auf Abschied stehen, durfte ein Geburtstagskind auf dem Publikum sich auf der Bühne von der Wucht direkt von Are We Alive umhauen lassen. Im Mittelpunkt des letzten Festivaltags standen schließlich Kakkmaddafakka und The Boxer Rebellion, die beide für einen perfekten Übergang zum Nachprogramm des Festivals sorgten. Wer Abends jedoch den Weg ins Domicil fand, durfte ein weiteres Highlight erleben. Der niederländische Songwriter Johannes Sigmond alias Blaudzun spielte in diesem gemütlichen Club ein bezauberndes Konzert und trumpfte vor allem mit der dichten Atmosphäre und Unverhersehbarkeit der Songs auf. Wären da nicht das Programm im FZW und das Partyprogramm danach, dann wäre dies wohl der perfekte Abschluss des Festivals gewesen.

Egal, ob nun zum Sommeranfang oder wie in diesem Jahr als Ausklang des Sommers. Das Way Back When hat sich dank des Bookings, das mehr auf musikalische klasse als auf große Namen setzt, zu einer kleinen Festivalperle gemausert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.