Way Back When Festival 2016 (29.09. – 01.10.2016)


Das kleine Way Back When Festival hat sich in den ersten beiden Jahren in den Terminkalendern und Herzen der Musikliebhaber im Ruhrpott eingenistet. Die dritte Ausgabe des Festivals beendet den Sommer 2016 mit einem guten Mix aus alten Bekannten und vielversprechenden Newcomern.



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Die Plakate des Festivals versprechen Natur und Begegnungen mit dem Tierreich. Dabei liegt das Way Back When in Wirklichkeit näher am urbanen Flair und entschleunigt die Ruhrpott-Metropole. Statt großer Open Air Bühnen und verregneter Zeltplätze setzt das Way Back When auf lokale Indoor-Locations. Durch die Nähe zur Stadt kann man gemütlich einige Konzerte zwischen ein paar Bier im Park oder an der Trinkhalle schieben und sich anschließend in das Nachtleben stürzen. Auch 2016 verteilt sich das Programm auf das FZW, den jazz-affinen Club Domicil und die Pauluskirche, die für eine wunderbare Akusik sorgt. Abgerundet wird das Way Back When durch das offizielle Aftershow-Programm, das diesmal im Kraftstoff und Sissikingkong stattfinden wird.

Nachdem die Booking-Abteilung in den letzten Jahren mit Acts wie Aurora, L’Aupaire, Foxygen, Abby oder Annenmaykantereit einen verdammt guten Riecher bewiesen hat, gibt es auch 2016 wieder zahlreiche vielversprechende Künstler zu entdecken. Das große Zugpferd im Line Up sind Tocotronic und die verrückten Norweger von Kakkmaddafakka. Dirk von Lotzow lässt sich nach den Tocotronic-Konzerten in Dortmund, Bochum und Duisburg und seinem Besuch der Pop-Akademie erfreulicherweise zum fünften mal innerhalb eines Jahres im Ruhrpott blicken. Im Mittelpunkt des Festivals stehen jedoch vor allem kleine Lieblinge und Newcomer.

Hier folgen einige weitere Gründe zur Vorfreude:

Seit über einem Jahr ist der Songwriter aus Island fast ununterbrochen auf Welttournee und hat bereits auf dem SXSW und Eurosonic Noorderslag auf sich aufmerksam gemacht. Ehe es mit dem Debütalbum der Durchbruch kommt, wird er am Donnerstag um 18:30 in der Pauluskirche spielen.


Eines der ersten Ziehkinder des wundervollen Humming Records Labels aus Berlin. Das Duo Vimes hat den Klangzauber ihrer Elektropop-Stücke mit Nights In Limbo (unsere Review mit einem kurzen Interview findet ihr hier) endlich auf einem Longplayer gerafft. Das Duo spielt am Freitag um 19 Uhr im Domicil.


Die israelische Sängerin Yael Shoshana Cohen gehört mit ihrer Band Lola Marsh aktuell zu den Lieblingen der Hype-Blättchen. Bei der Stimme, dem Charisma und den angenehmen Songs ist das aber auch kein Wunder. Die Band spielt am Donnerstag um 20:30 Uhr im Domizil.


Die Band aus Manchester ist eigentlich ein Haufen hoffnungsloser Romantiker. Doch es ist kaum möglich Rob Goodwins Brummbär-Gesang und der bezaubernden Begleitung zu widerstehen.


Immanu El wandeln unbeirrt den alten totgetrampelten Postrock-Pfad entlang und überzeugen dennoch mit ihrer Fassung der alten Laut/Leise Spielereien. Bei ihrem Auftritt im Domicil wird es voraussichtlich auch neues Material von ihrem Hibernation Album geben, das nun nach 5 ereignisreichen Jahren bei Glitterhouse erscheinen wird.

We Were Promised Jetpacks stehen inzwischen seit über zehn Jahren für wuchtige Songs, die sich geradezu in einen Wettkampf mit sich selbst steigern. Am Freitag spielen die Schotten im FZW.


Die Wartezeit war lang, doch 2016 haben Isolation Berlin gleich mit zwei Alben auf sich aufmerksam gemacht. Wer sich bei Tocotronic zuhause fühlt, wird auch die Newcomer lieben.


Nach der Bekanntgabe ihrer Trennung sind die Augustines auf Abschiedstournee. Am Freitag werden sie den Dortmundern ein letztes mal ihren Whiskey getränkten Indie Rock mit viel Pathos und Herzblut präsentieren.


Ach Gottchen, wer weiß schon wo diese Wundertüte aus London hinsteuert. Das Duo Ten Fé vereinte mit den ersten Lebenszeichen Indie-Rock und rückwärtsgewandten 80ies Pop. Wer es am Samstag um 17:45 in das Domicil schafft wird vielleicht etwas schlauer aus den beiden Musikern.

Leider sind The Boxer Rebellion in der Indie-Flut bisher kaum aufgefallen. Dabei hat die Band definitv mehr Aufmerksamkeit verdient.