Japanese Breakfast – Psychopomp


Mit dem unwiderstehlichen Japanese Breakfast Debüt könnte Michelle Zauner der Durchbruch gelingen, der ihrem Hauptprojekt bisher verwehrt blieb.

Die Musikerin aus Philadelphia benötigt nicht mehr als neun Stücke und die Länge einer guten Hardcore-Platte (also etwa 25 Minuten), um ihre Definition von Indie Pop auf den Punkt zu bringen.
Die Songs sind desöfteren von einer leckeren Zuckerglasur überzogen und erinnern an ihren süßesten Stellen an die Glanztaten der Cardigans oder Asobi Seksu. Doch bei all den Süßungsmitteln hat Zauner, die für die Aufnahmen einige Freunde um Hilfe bat, sich ihre krachigeren Wurzeln nicht austreiben lassen. In Rugged Country lässt sie sogar gelegentlich Pavementsche Schlurfigkeit durchklingen.

Zeitgleich ist Psychopomp ein liebevolles Tribut an Zauners verstorbene Mutter. Die Songs entstanden zu einer Zeit, in der die Musikerin zu ihren Eltern nach Oregon zog und von Gefühlen wie Hoffnung und Trauer überwältigt wurde. Dabei zeigt Psychopomp vor allem die Diskrepanz von dem was war und nicht mehr ist auf. Nostalgische Erinnerungen und lebensbejahende Liebeshymnen treffen hier auf die Trauer und Angst in Stücken wie Jane Cum oder Heft.

Also irgendwie die Quadratur des Kreises, die hier glückt. Die Vielschichtigkeit, die Japanese Breakfast in diesem kleinen Rahmen von Pop über lautere Rocknummern bis hin zu Balladen wandern lassen, ist die größte Stärke der Platte.

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