Dinosaur Jr. – Give A Gimpse Of What Yer Not 1


Nach einer vierjährigen Pause gibt es neues Songmaterial von der beständigsten Band der Welt. Der Saurier ist jedoch auch 2016 mehr als ein authentisches Souvenir der 90er.

Natürlich ist auf Give A Glimpse Of What Yer Not vordergründig vieles – ach, eigentlich fast alles – nach der alten Dinosaur Jr. Musterschablone entstanden: direkt in die Vollen gehen, eingängigen Riff als Basis verwenden, Strophe, gute Hookline, Solo als Überbau nicht vergessen, Hit. Dank der großen Handwerkskunst und Spielfreude ist jedoch auch nach über 30 Jahren nach der Gründung und knapp 10 Jahre nach ihrem furiosen Beyond Comeback jedes neue Dinosaur Jr. Album weit davon entfernt nach Konfektionsware zu klingen. J. Mascis hat längst verstanden, dass Gitarrensaiten auch Nervenstränge sein können und züchtet voller Liebe seine Soli hoch, während Lou Barlow und Murph ihm den Rücken frei halten. Und eben diese klassische Mischung aus Ruhe und Begeisterung verkörpern Songs wie Tiny, Good To Know oder Goin Down perfekt.




Wer tiefer gräbt, wird durchaus entdecken, dass der Teufel im Detail steckt und es liebt mit Rhythmen zu spielen oder den Spannungsaufbau gelegentlich zu brechen. Bei den wunderbaren Love is… und Left/Right haben Dinosaur Jr. ihre Zauber-Schablone beiseite gelegt. Hier bekommt Lou Barlow das Mikro und verwandelt die Songs nach einem leicht holprigen Beginn in Highlights.

Also eigentlich auch hier alles beim Alten. Mascis, Barlow und Murph sind als Trio wohl tatsächlich unsterblich und werden auch dann noch mit ihrem anachronistischen Rock begeistern, wenn das Business mal wieder den Bach runtergeht und von einem CD-Revival gerettet wird, Thom Yorke sein Interesse an rückwärts abgespielten Raps in Mandarin verliert und Progressive-Emo-Folk der neue Shit ist. Ein beruhigender Gedanke.


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