Benjamin von Stuckrad Barre – Panikherz


Knapp 20 Jahre sind vergangen, seitdem Benjamin von Stuckrad Barre seine Karriere als Popjournalist und Popliterat begonnen hat. Eine Zeit, in der er das Leben als Star mit allen Höhen und Tiefen durchgespielt hat. In seinem neuen Roman ‚Panikherz‘ erzählt er seine verrückte Lebensgeschichte und zieht Bilanz.

Eine gewisse Skepsis, kann man beim Beginn der Lesereise durch dieses Leben nicht ablegen. Lohnt es sich tatsächlich anno 2016 ein Stuckrad Barre Buch zu beginnen? Wird das jetzt so ein überholtes Popliteratur-Ding? Die Antwort drängt sich jedoch bereits nach wenigen Seiten auf. Und wie es sich lohnt! Barre erzählt in seinem Lebensroman von seiner Jugend, dem Aufstieg, von seinem Leben zwischen Vitamin B und E-Pillen, von seiner Magersucht und letztendlich von dem, was vom Trubel übrig blieb. Mit dabei ist stets Udo Lindenberg, der ihn zunächst als Idol und später als Ziehvater und Freund begleitet. Stuckrad-Barres Lebensgeschichte wird hier an der Karriere der deutschen Pop-Ikone entlang erzählt. Und der Kunstgriff, den Stuckrad Barre hier wählt, ist überaus geschickt. So funktioniert ‚Panikherz‘ nicht nur als eine Autobiographie, sondern ebenfalls in bester Popliteratur-Manier als Zeitzeugnis und als Liebeserklärung an die Musik. „Mein Leben als Fan“ könnte hier ebenso der Untertitel lauten wie „Mein Leben als Benjamin von Stuckrad Barre“. Dabei greift der Autor immer wieder auf die alten Tricks zurück und wirft mit Pop-Referenzen und Listen um sich. Popliteratur mag zwar von Podcasts und Youtube-Videos abgelöst worden sein, Stuckrad Barres Roman bietet vor allem für die Generation „Tristesse Royale“ einen enormen Mehrwert. Es ihm tatsächlich gelungen ein Buch zu verfassen, das mindestens genauso identitätsstiftend ist, wie seine Neudefinition des Genres 1998. Unterhaltsam, ausschweifend, geläutert und doch nicht weniger irre.

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