The Jayhawks – Paging Mr. Proust


Der Downer zuerst: Mark Olson ist beim neuen Jayhawks-Album Paging Mr. Proust nicht an Bord. So waren Mockingbird Time und die gemeinsamen Live-Auftritte nur ein süßer kleiner Flirt mit dem Ex, der am Ende doch in Streit, Tränen und Eskalation mündete. Doch wer trauert denn hier schon angesichts eines neuen Albums der Alt-Country Legenden?

Dass die Jayhawks ohne Olson verdammt gut sein können, hat Gary Louris nach den soliden Sound Of Lies und Smile spätestens 2003 mit Rainy Day Music bewiesen. Und auch diesmal scheint Louris es allen beweisen zu wollen und verliert sich auf der Suche nach der verlorenen Zeit keinesfalls. Für die Produktion waren diesmal Peter Buck (R.E.M.) und Tucker Martine (The Decemberists) verantwortlich. Wer besonders gut hinhört, soll hier gar Mike Mills an der Gitarre hören. An sich sind die Gäste hinter den Reglern und Instrumenten jedoch nur des Namedroppings wegen relevant. Auf Paging Mr. Proust steht das homogene Ganze, das Louris Songwriting umsetzt, im Fokus.



Der Opener Quiet Corners & Empty Spaces ist mit dem beschwingten Refrain und dem hohen Zuckergehalt einer dieser typischen Jayhawks-Songs, die perfekt auf jedes Album ihrer Diskographie als kleiner Höhepunkt passen würden. Das mag zwar nicht revolutionär sein, kommt aber der Essenz der Band schon verdammt nahe. Im Laufe der zwölf Tracks, über die sich Paging Mr. Proust erstreckt, gibt es dafür so manch kleinen Bruch wie Ace, der das knarzige Gitarrenspiel noch stärker als Gegenpol zu all dem Honig wirken lässt und dafür sorgt, dass das Album auch ohne Mark Olsons subtile Einflüsse frisch klingt. Letztendlich bleibt Paging Mr. Proust eine typische Jayhawks-Platte. More of the good old same old eben.

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