Mike & The Melvins – Three Men And A Baby


Warum die Melvins und Mike Kunka ihr Album nach dem Leonard Nimoy Trashklassiker benannt haben? Was es mit dem blutrünstigen Pudel im Artwork auf sich hat? Erst jetzt Sub Pop? Und warum zum Teufel dieses Album mehr als 16 Jahre nach den Aufnahmesessions auf den Markt kommt? Ach, was weiß ich. Solche Dinge fragt man sich bei den Melvins doch lange nicht mehr. Man erfreut sich einfach mal um mal am Output der Band.

Es ist deutlich mehr als Houdini, das von Buzz Osbourne und Dale Crover mit all den unterschiedlichen Mitstreitern in den vergangenen 30 Jahren veröffentlicht wurde. Man denke nur an die reizende Maggot/Bootlicker/Crybaby-Trilogie, Nude With Boots oder ihre monumentale Kollaboration mit Brian Williams. Hin und wieder sind sie vielleicht über die Weirdness-Strenge geschlagen oder kamen zum falschen Zeitpunkt, aber weniger als verflucht gut waren die Melvins nur selten.

Ihr neues/altes Album hat die Band bereits 1999 mit Mike Kunka (godheadSilo) eingespielt. Was jedoch nach den Sessions passiert ist, kann man nicht wirklich rekonstruieren. Mike Kunka ging irgendwo verloren und tauchte erst 2001 bei Dead Low Tide auf, die Melvins gingen mal wieder auf Tour oder ins Studio und Three Men And A Baby ging für 15 Jahre irgendwo in Schubladen, im Tourbus oder unter der Couch verloren. Dabei hat dieses 3-Bassisten / 1-Drummer Ding (Ha! Da kommt also die Anspielung im Titel her) schon auf Papier durchaus ihren Reiz.



Zu Beginn fühlt man sich auf Three Men And A Baby wie in einer Zeitkapsel, die das Kollektiv sogar noch in eine Ära weit vor 1999 katapultiert, als die Melvins mit den Waldgoblins von TAD und Nirvana in vergammelten Vans und auf kleinen Bühnen unterwegs waren. Straightforward und recht heavy geht es hier zur Sache. Dass Mike Kunka in Wirklichkeit einen 4-Saiter spielt, würde man auf Anhieb nicht glauben. So richtig bonkers gehen die vier Musiker erst nach dem Public Image Ltd. Cover Annalisa zu.

Was folgt ist unter anderem ein meditativer Ambientepart aus dem Hühnerstall, Bässe aus dem Keller (überhapt Bässe über Bässe), Harmonien vs. Disharmonien, der Drum-Exzess A Friend In Need Is A Friend You Don´t Need, ein nicht enden wollender Lachanfall und am Ende mit Art School Fight Song ein Dropkick á la Charles Bronson (die Band, der Schauspieler und der UK-Rüpel). Das sind definitiv die Melvins, die wir lieben. Nur eben mit dem kleinen Kunka Bass-Twist. Three Men And A Baby vermöbelt den Hörer 12 mal auf eine äußerst verspielte Weise.

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