DIIV – Is The Is Are


Wenn das Internet bei der Suche nach deinem Namen Mugshots und den Namen deiner Freundin in Verbindung mit Schlagwörtern wie Weight Loss und Drug Abuse ausspuckt, ist die Sache mit dem Rock’n’Roll Lifestyle verdammt in die Hose gegangen. So ist es (Zachary) Cole Smith vor 3 Jahren ergangen. Nach dem Erfolg des DIIV Debüts folgten private Abstürze, bei den er mit seiner Freundin Sky Ferreira für Tabloid-Schlagzeilen á la Bonnie und Clyde 2.0 sorgte und selbst einen Pete Doherty wie das Kinderschokoladenkind wirken ließ. Nun schickt er sich nach der Kreativpause aber an das zweite DIIV abzuliefern und am eigenen Sound zu basteln.

Is The Is Are erfüllt all die Erwartungen, die mit dem Vorab-Kracher Dopamine zu einem gewaltigen Koloss aus Hoffnung und Vorfreude angewachsen sind und lässt sich wohl am besten als eine musikalische Selbstfindung beschreiben. Bereits die Eröffnungsstücke Out Of Mind und Under The Sun wecken auf einem viel zu kleinen Raum von 6 Minuten glückliche Erinnerungen an War On Drugs, Deerhunter und The Cure oder The House Of Love, die von glasklaren Gitarrenläufen und Dream-Pop Hintergründen zusammengehalten werden. Doch das Album hat deutlich mehr Facetten zu bieten, als man es von dem Dream-Pop der ersten Tracks vermuten könnte. In Blue Boredom mimt Sky Fereira gekonnt Kim Gordon, während die Hintergründe den Song mehr und mehr in eine dunkle Post-Punk Ecke leiten, in Healthy Moon schimmert die Melancholie und ein Hauch von Smiths Vergangenheit bei den Beach Fossils durch und Smith lässt in dem zerrissenen Highlight Mire (Grant’s Song) seine Liebe zu Sonic Youth einmal mehr anklingen. Man kann über Is The Is Are kaum sprechen, ohne in Namedropping zu verfallen. Doch DIIV gehen den nötigen Schritt weiter und liefern hier mehr als eine Collage ab. Das Album steckt im Gegensatz zum leicht schwammigen Vorgänger voller spannender Momente und es macht einen gigantischen Spaß der Band bei der Suche nach einem eigenen Sound und dem Herumspielen mit Ideen und Ursprüngen zuzuhören.

Mit satten 17 Stücken wird der Hörer von der Doppel-LP fast erschlagen. Dafür hat die Band das Releasedatum wohl perfekt gewählt, damit Is The IS Are bis Dezember verdaut ist und dann sicherlich in den Listen der Jahreslieblinge recht weit oben landet.

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