Aidan Knight – Each Other


Auf seinem dritten Album lässt Aidan Knight die alte Überfragilität der Vorgänger fallen und liefert acht vielschichtige Popperlen ab.

Die Aufnahmesessions zu Each Other waren ein mehr oder weniger entspannter Roadtrip durch die Musikstudios Kanadas. Passend dazu fällt das Ergebnis abwechslungsreich aus und vereint allseits bekannte Melancholie mit einigen beschwingten Melodien und Refrains, die ihre Arme weit ausbreiten. Meist gelingt Knight und seinen vier Mitmusikern dies gar auf dem engen Raum eines 4 Minuten Songs wie All Clear oder Funeral Singers.

Bereits wenn der erste der acht Tracks nach dem intimen Beginn in Fahrt kommt, wird die Zielvorgabe klar. Dies hier soll eine Songwriterplatte ohne Solisten-Pathos und ausgenudelte Lagerfeuer-Ästhetik sein. Stattdessen erschafft Knight in Begleitung seiner Band acht Popsongs, die allesamt für Frische auf dem totgetrampelten Songwriter-Pfad sorgen. Der Gesang entwickelt sich meist von der stoischen Ruhe eines Bill Callahan hin zu Ron Sexsmithschen Harmonien und leichten Ausbrüchen. Seinen kanadischen Landsmann Hayden möchte man noch zur Orientierung in den großen Pool an Referenzen werfen.

Die Texte sind dabei häufig selbstreflexiv und Knight setzt in etwa so häufig auf die erste Person Singular wie Dirk von Lowtzow in den 90ern. So kommt er zu Erkenntnissen wie „What a life that I have lived / And I’ll live it again“ (The Arp) oder überwindet sich in What Light (Never Goes Dim) zu Geständnissen wie „I have been in love only one time“ oder „I’m not in love with the sound of my voice“, die in der Pop-Pointe „What light never goes dim“ münden. Somewhere Morrissey must be smiling.

Each Other kann trotz der knappen Laufzeit von 30 Minuten durchaus als ein zartes Anklopfen an die Pforte der Songwriter-Elite gedeutet werden.

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