André Bratten – Gode


Puh, hach Gottchen! Ein experimentelles Konzeptalbum, das sich mit den Lebensverhältnissen in Norwegen vor der Industrialisierung beschäftigt? Das klingt zunächst nach einer verdammt anstrengenden Angelegenheit. Der Osloer Produzent André Bratten insziniert das Thema jedoch im Rahmen einer vielschichtigen und über weite Strecken unterhaltsamen Platte, die immer wieder an den Genregrenzen kratzt.

Auf Gode entfernt sich André Bratten etwas von der Disco-Linie seines ersten Longplayers Be A Man You Ant und zeichnet Stimmungsbilder der proto-industriellen Phase seiner Heimat. Er streift dabei musikalisch Referenzen wie die düsteren Technogebilde eines Trentemøller, Clark, die Boards Of Canada oder seine eigenen Disco-Tracks und setzt von klassischen Beats über Synthie-Dissonanzen und Field Recordings bis hin zu wunderschönen Streichern alles ein, was ihm zur Verfügung steht. Hier steht recht schnell fest: Bratten wagt es hier einen Schrit weiter zu gehen, ohne sich zu sehr von seinen eigenen Wurzeln zu lösen.

Bei Cascade Of Events bekommt Bratten Unterstützung von seiner alten Bekannten Susanne Sundfør, die mit ihrem Gesang für den zweiten Höhepunkt neben des überwältigenden Tracks Quiet Earth sorgt. Das meditative Album Gode ist astreines Futter für verträumte Klang-Abenteuerer. Der Spannungsbogen mag etwas diffus sein und am Ende sind wir in Sachen Norwegen und Proto-Industrialisierung nicht viel schlauer, doch der stimmungsvolle Ausflug war äußerst aufregend.

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