Julia Holter – Have You In My Wilderness


Auf Have You In My Wilderness gibt sich Julia Holter federleicht, ohne ihre experimentelle Ader zu verengen oder sich zu begrenzen.

Es ist eine erstaunliche Entwicklung, die Julia Holters Musik in den vergangenen 5 Jahren hinter sich gebracht hat. Von verkopften und zunächst schwer zugänglichen Homerecording-Experimenten hin zum betörenden Zauber ihres Loud City Sound Albums, hat sich die Songwriterin aus Kalifornien Album für Album weiterentwickelt. Umso gespannter durfte man sein, als sie nach der Teilnahme am experimentellen Terepa Projekt mit Laurel Halo ihr neues Album ankündigte. Dabei könnte das lockerleichte Pop-Kunststück Have You In My Wilderness in Sachen Zugang nicht weiter von der Terpa EP entfernt sein. Auch wenn das Attribut Pop dann doch mit einem Sternchen und einer kleingedruckten Fussnote nicht so stehen lassen kann.

Julia Holters Musik ist Pop im Cinemascope. Sie beherrscht die Kunst ihre Songs in einem Breitwandformat aufzuziehen und sie detailverliebt mit unzähligen Glücksmomenten zu verzieren. Die dazugehörigen Texte wirken wie minimalistische Kurzgeschichten, die äußerst fragmentarisch sind und mehr als nur ein paar Lücken offen lassen. Dabei greift sie hier zum ersten mal nicht auf Literaturzitate zurück, sondern singt selbst verfasste Zeilen. Mit Have You In My Wilderness greift die Amerikanerin endgültig nach den Sternen und teilt sich nun die Queen Of Art-Folk Krone mit Joanna Newsom.

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