Flo Morrissey


Mit ihrem Debütalbum Tomorrow Will Be Beautiful wurde die zierliche Songwriterin Flo Morrissey ohne viel Trommelwirbel seitens der Plattenfirma zu den Folk-Newcomern des Jahres und brachte einen beachtlichen Beitrag zum 70s Folk Revival. Dabei liegen ihre eigenen Ursprünge nicht in Kalifornien, sondern im verregneten London.

No Feature Image Defined! Please specify your background image in the featured image meta box on the admin page. For more information please see the help menu from the parallax scroll admin pages.


Auch äußerlich weckt die 20jährige Erinnerungen an Künstler aus dem Laurel Canyon Umfeld oder all die Freak Folk Nachfahren der vergangenen Jahrzehnte. Während sie gedankenverloren vor ihrem Auftritt als Support für Tobias Jesso Jr. am Bühnenrand sitzt und ihre Gitarre stimmt, passt sie perfekt in den Joni Mitchell Rahmen. An ihrem Hals hängt ein großer Herz-Anhänger und an ihrem Arm ein auffälliges Armband, das wie sie uns kurze Zeit später erzählt mit den acht Elementen ihre acht Geschwister symbolisiert. Aufgewachsen ist Flo Morrissey wohlbehütet mit ihren Geschwistern und Eltern im noblen Londoner Stadtteil Notting Hill und schrieb als Teenager ihre ersten Songs. „Ich fing irgendwann mit 14 an Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben. Ich nahm die ersten Stücke mit GarageBand auf und lud sie auf Myspace hoch“ erzählt sie und fügt lachend hinzu „Damals war’s das große Ding mit Myspace-Tom befreundet zu sein und sich über jeden neuen Freund zu freuen“.

Dass sie nur wenige Jahre später nach LA fliegen würde um mit dem Produzenten Noah Georgeson (Bert Jansch, Joanna Newsom, Devendra Banhart) ihr Debütalbum einzuspielen, hätte sie sich wohl damals nicht erträumt. „Ich habe damals knapp drei Monate in LA verbracht. Es war eine sehr lehrreiche Zeit für mich und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Das Wetter alleine ist ein großer Kontrast zu London. Und die Stadt ist faszinierend. Gleichzeitig war es aber auch ein sehr einsamer Ort, der mit Sicherheit neben all der Sonne auch den Sound des Albums beeinflusst hat“.



Musikalisch ist die Produktion deutlich ausgefeilter als der Lo-Fi Sound einer Kath Bloom. Die zehn Songs ihres Debütalbums leben von Flo Morrisseys Gesang und werden mit blumigen Arrangements geschmückt, die das Album stellenweise beinahe schon überladen. Meist fand Produzent Georgeson aber den richtigen Ton und drückte den wunderbaren Kompositionen seinen eigenen Stempel auf. Bei Flo Morrissey hinterliess er jedenfalls einen großen Eindruck: „Es war eine unglaublich tolle Erfahrung und ich musste es mir verkneifen mich ständig als großer Fan zu outen. Ich bin mit den Alben, an den er beteiligt war, aufgewachsen. Vor allem Devendra Banhart hat mich sehr beeinflusst. Ich bin sehr glücklich über seinen Einfluss auf das Album. Er hat mir dabei geholfen einen Sound für die kleinen Demoaufnahmen, die ich damals hatte, zu finden“. Angesichts des Albumtitels stellt sich einem die Frage, ob sich Flo Morrissey selbst als Optimistin sieht. „Tomorrow Will Be Beautiful ist so etwas wie ein Mantra, das ich immer wieder wiederhole. Ich versuche nicht zu sehr in diese depressive Songwriter-Schiene abzufriten“. Und um den Elefanten im Raum anzusprechen, folgt am Ende unseres Gesprächs die Frage nach ihrem Namen und dem Zusammenhang zu einem anderen Morrissey. „Nein, gar nicht. Aber ich covere ab und zu Irish Blood, English Heart. Das geht doch fast als Verwandtschaft durch“.



Flo Morrisseys Debütalbum Tomorrow Will Be Beautiful erschien am 12. Juli (Caroline / Universal)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.