Offshore – Offshore


2012 verlor die Musikwelt mit Ewan Robertson einen vielversprechenden Produzenten und Musiker. Der Schotte, der am Marfan-Syndrom litt und bei einer Herz-Operation starb, hat insbesondere mit seiner Arbeit als Artwork-Designer (Bonobo, Roots Manuva) und Produzent auf sich aufmerksam gemacht. Nur einen Monat vor seinem Tod veröffentlichte er nach den ersten musikalischen Gehversuchen das Album Bake Haus, das dank der vielschichtigen Kompositionen zu einem kleinen Achtungserfolg wurde und in Ansätzen bewies, wozu Robertson fähig war.

Nun erscheint mit Offshore posthum eine Zusammenstellung aus Skizzen, die von Freunden des Musikers zu einem Ganzen zusammengefügt wurden. Und dieses Ganze wirkt durchaus kohärent und passt in den Kosmos, den Robertson mit den wenigen Veröffentlichungen aufgebaut hat. Von der Idee an dieser Stelle auf glattpolierte Tanzfloor-Filler zu treffen, sollte man sich wie bereits beim Debüt und den EPs verabschieden.

Dabei lebt das Album von dem enormen Abwechslungsreichtm und zugleich von der klaren Brillanz der rohen Produktion, die häufig bewusst einen unfertigen Eindruck vermittelt und Robertsons Hang zum Minimalismus gerecht wird. Jeder Track auf Offshore ist eine spannende Reise in´s Ungewisse. Vertrakte Beatfolgen bilden hier häufig die Basis und werden von Synth-Sounds, Klangspielereien oder Gitarren begleitet. Trotz all der unterschiedlichen Ideen und Stilbrüche, wirkt das Album wie aus einem Guss und entwickelt nach etwas Eingewöhnungszeit den erhofften Sog. Abgerundet wird die Veröffentlichung mit einer Sammlung diverser Neuinterpretationen der Stücke, an den unter anderem Amon Tobin und Ikonika das Können von Ewan Robertson mit einem Remix gewürdigt haben.

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