Happyness


Du sehnst dich nach den 90ern zurück, wirst beim Gedanken an Geburtstage ganz melancholisch, fragst dich wer den Skalp des Arcade Fire Sängers Win Butler besitzt und Pornographie bist du auch nicht abgeneigt? Dann sind Happyness genau dein Ding. Wir haben uns mit der Band aus South London über ihre Entstehung und ihr Debütalbum unterhalten.

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Wer bei Bands aus England nur an Brit Pop denkt, ist hier schief gewickelt. Happyness lassen mit ihrem vielseitigen Sound den 90er Alt Rock wieder aufleben und fahren auf ihrem Debütalbum eine fröhliche Zickzack-Linie zwischen Sparklehorse und Weezer. Wie uns Sänger/Gitarrist Benji Compston verriet, würde sich die Band trotz der eigenen Liebe zu einigen US Bands nicht besonders nah an der US-Szene verorten und findet, dass Happyness auch durchaus etwas Britisches an sich hätten. Die Band wurde 2013 gegründet und fand sich kurze Zeit später im benachbarten Studio in London bei den Aufnahmen zum Debütalbum Weird Little Birthday wieder. „Wir hatten die meisten Songs im Kopf und haben vorab gemeinsam gespielt. Entweder waren es rohe Entwürfe oder sie waren bereits weiter entwickelt. Wir haben die Band eigentlich gegründet, weil wir die Songs hatten. Ich vermute, dass das etwas sonderbar ist“. Einige der Songs sollen vom Konzept her um einen Jungen kreisen, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie Jesus. Compston hierzu „Es gab das Konzept nicht wirklich vorab. Wir hatten am Ende einen riesigen Spaß dabei ein Konzept in die Platte hinein zu projizieren. Ich denke, dass der Junge jetzt in einem Best Values Inn in Reno arbeitet“.

Es ist trotz all der Retro-Anleihen vor allem die Frische, die Happyness auszeichnet. So lässt sich das sonst eigentlich bodenständige Album aufgrund der ständigen Stimmungswechsel, eingängiger Hooklines, schräger Details und denkwürdiger Zeilen wie „I’m wearing Win Butler’s hair, there’s a scalpless singer with a Montreal Rock Band Somewhere“ ( Montreal Rock Band) kaum greifen.

Unter die Arme half der Band zu Beginn Ed Harcourt, der ein alter Freund der Band ist. „Er hat uns enorm geholfen, indem er uns zum Beispiel das Equipment zur Verfügung stellte. Und als wir den Song Pumpkin‘ Noir geschrieben haben, fanden wir dass der Song mit Eds Stimme großartig klingen würde. Er hat seinen Part in ein altes Abhörmikrophon gesungen, das wie ein Sex-Spielzeug aussah“. Auf die Abschlussfrage, ob sie nach UK und USA nun auch Deutschland erobern möchten, gibt es ein schlichtes „It´s up to Germany“. Möglichkeit hierzu gibt es bereits demnächst:
24/09 – Tsunami Club, Cologne, Germany
25/09 – Reeperbahn Festival, Hamburg, Germany
26/09 – Lido Berlin, Germany

Und hier noch der Pornotrash-Videoclip, der Compston zufolge eigentlich das Ergebnis mehrerer Fehlversuche und dringender Deadlines war:

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