Haldern Pop 2015 (13.08.-15.08.2015)


In den vergangenen Jahrzehnten sind wir mit dem Haldern Festival aufgewachsen. Jahre sind vorbei geflogen und übrig blieben sind Ecksteine wie Abitur, Studium, der Absprung, Freundschaften, Beziehungen, Jobs, Familiengründung und all der Kram, den man im Volksmund als Leben bezeichnet. Für ein paar Tage im Jahr muss aber auch jetzt noch das Haldern als Tradition dienen. Dann gibt es hier das wunderbar friedliche Dorf-Ambiente und das übliche Urvertrauen in den Geschmack der Veranstalter. Auch zum 32. Geburtstag des Festivals haben die Köpfe hinter Haldern vorab unzählige Entdeckungen heran geholt, bei deren Namen man zunächst nur die Achseln zuckt. Spätestens beim Festival zählt viele der Bands dann doch zu seinen Lieblingen. Allen voran in diesem Jahr The Bronze Medal und die Grandbrothers.

Wie so oft steckte bereits der Donnerstag, der ursprünglich als Warm Up gedacht war, voller Highlights. Annenmaykantereit taten das, was Annenmaykantereit überall in Deutschland tun (unfassbar gut sein), Dan Deacon brachte den gesamten Byzanzbereich zu sonderbaren Bewegungsmustern und Public Service Broadcast lieferten als Nachtsnack ein stimmiges Elektroset ab.

Der Freitaga begann sehr stark mit einem Kirchenbesuch und der starken 3er-Kombo Soak, Tor Miller und Lapsley. Drei Auftritte, die der Akustik der Kirche gerecht wurden. So richtig spannend wurde der Freitag dann erst zum Abend hin, nachdem Olli Schulz seinen wie üblich gut aufgelegten Auftritt hingelegt hat und die Savages, Nils Frahm und Viet Cong.

Während Douglas Dare noch einen wunderbaren, legte Markus Wiebusch bereits los. 20 Jahre Rockgeschichte auf der bühne, die inklusive einer But Alive.. Reminiszenz und der erweiterten Fassung von „Balkon gegenüber“ in einen Auftritt untergebracht wurde. Doch eigentlich zog es ins Spiegelzelt, wo man noch einmal die Chance hatte The Bronze Medal zu sehen.

Dann passierte das, was hin und wieder beim Haldern passiert. Regen. Im Falle der Slow Show war der Regen aber eher ein Stimmungsmittel, das den bezaubernden Auftritt schmückte. Leider kann dies von Laura Marlings Auftritt nicht behauptet werden, der dann doch unter dem Wetter und der der so bereits recht distanzierten Art der Musikerin litt. Da konnte nicht einmal der typisch lockere Ansage von Hein Fokker nichts retten. Und zum Abschluß des Festivals dann doch die schmerzhafte Wahl zwischen Courtney Barnett und War On Drugs, die sich zeitweise überschnitten haben. Falsch konnte man in beiden Fällen nichts machen.

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