Battles – La Di Da Di


Der singer ist doch eh ein crook (whoa ey oh). Die Battles verzichten nun endgültig auf Gesangselemente und erfinden sich mti ihrem neuesten Streich einmal mehr neu.

Vor sieben Jahren spielten die Battles beim Festival Nowa Muzyka in Polen einen unfreiwillig symbolischen Auftritt. Die Band trat nach dem gefeierten Release des Mirrored Debüts neben Jamie Lidell und Chris Clark als Headliner auf und brach unter der eigenen Last zusammen. Samplemaschinen versampelten sich in unterwünschten Loops, der Sound brach ab und selbst das Keyboard fiel ständig vom Ständer. Einziger Lichtblick war Drummer John Stanier, der eine Stunde lang in dem Chaos wie wild seine Drumpatterns auf die Bühne tackerte. An sich war die Sache mit den Battles etwa ein Jahr später gegessen, als Sänger Tyondai Braxton endgültig seinen Ausstieg bekannt gab. Dass im Battles-Universum die Uhren jedoch anders ticken, haben die übrigen Mitglieder mit dem Ideen-Knallkörper Gloss Drop bewiesen. In noch schillernderen Farben und mit noch verrückteren Ideen glänzte der vertrackte Sound, der auch auf den Bühnen der Welt mit perfekter Präzision präsentiert wurde.

Beim dritten Album geht das Trio einen Schritt weiter und verzichtet auf Gäste. Was auf Gloss Drop noch mit einigen Stützrädern in Form diverser Vocalsamples und Gastauftritte funktioniert hat, muss hier von selbst das fahren lernen. Und der Plan des Trios geht über weite Strecken auf. La Di Da Di ist ein Monster, das den Schalk im Nacken hat. Die instrumentalen Stücke lehnen sich von ihrer Veranlagung her deutlich mehr an den experimentellen Ansatz von Tortoise bewerfen diesen mit Konfetti. Die komplex aufgebauten Rythmen sind dabei die Konstante, die sich vom Debüt bis zur letzten Minute auf La Di Da Di durchzieht und auch diesmal zur Antriebsfeder wird. Opener The Yabba wechselt dabei den Takt und zeigt auf, dass die Battles auf ihrem dritten Album minimalistischer zur Sache gehen und das Konzept der Platte nur selten wie im an den Rändern von Tracks wie FF Bada oder Luu Le aufbrechen. Dass muss der geübte Battles-Hörer zunächst einmal verdauen. Mit La Di Da Di entziehen die Battles ihren Fans den Boden unter den Füßen. Einige dürften auf dem neuen Boden keinen Halt mehr finden und die Platte vorschnell aufgeben, der Großteil wird jedoch einen Heidenspaß mit La Di Da Di haben.

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