Dawes


Einfach mal abzuslacken ist für die Dawes keine Option. In den sechs Jahren seit ihrer Gründung war die Band aus Kalifornien enorm produktiv und nahm dabei vier Alben auf, war fast ständig auf Tour und beteiligte sich an diversen Nebenprojekten. Kürzlich gelang den Dawes mit „Your Favorite Bands“ ein subtiles Americana-Meisterstück voller Spiefreude. Grund genug uns mit dem Sänger Taylor Goldsmith über das neue Album zu unterhalten.

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Die Dawes waren schon immer eher auf den Bühnen der Welt zuhause, als in verstaubten Studios. Die Band tourte mit Legenden wie Bob Dylan oder Jackson Browne und war unter anderem als Backing Band von Conor Oberst und John Forgety unterwegs. Mit dem neuen Album gelang es den Dawes die Spielfreude und den Charme der Live-Auftritte auch auf dem Longplayer festzuhalten. Für Taylor Goldsmith ist dies das Ergebnis der Herangehensweise im Studio: „Die Aufnahmesessions liefen besonders schnell ab. Wir haben unseren Sound gefunden und haben einfach die Songs gespielt, ohne besonders viel von Song zu Song zu verändern. Es sollten bei den Aufnahmen auch so wenige Overdubs wie möglich eingesetzt werden. Wir hatten das Gefühl, dass dieser Live-Ansatz gut die Persönlichkeit der Band einfangen würde“.

Wie der Kopf der Dawes ausführt, ist die Band vor den Aufnahmen in Nashville einen ungewöhnlichen Weg gegangen, um die Songs wie neue Schuhe einzulaufen: „Wir sind für zwei Wochen auf eine kleine Tour durch die Kleinstädte Kaliforniens gegangen und haben das neue Material ausprobiert“. Mit dabei war dabei stets der Produzent David Rawlings (Gillian Welch, Old Crow Medicine Show), der mit der Band am Sound arbeitete. „Die Songs wurden jeden Abend leicht verändert. Es hat enorm geholfen das neue Material auf der Bühne auszuprobieren und auf die Reaktionen der Zuschauer zu reagieren“. Das Ergebnis dieser Sessions sind neun Songs, die ohne viel Schnickschnack das Herz des Hörers erreichen. Mit dabei sind einige Höhepunkte wie das herrliche Outro in ‚Somewhere Along The Way‘ oder der Titelsong, der laut Goldsmith als erster Song nach den Aufnahmen des dritten Albums entstanden sei und mit denkwürdigen Zeilen wie I hope your brother’s El Camino runs forever, I hope the world sees the same person that you’ve always been to me, And may all your favorite bands stay together glänzt.

Vor den Aufnahmen beteiligte sich Taylor Goldsmith gemeinsam mit Elvis Costello, Jim James (My Morning Jacket) und Marcus Mumford (Mumford & Songs) an dem Projekt Lost On The River: The New Basement Tapes. Die Allstar-Band verwandelte dabei kürzlich entdeckte Songtexte von Bob Dylan aus dem Jahr 1967 in ausgereifte Songs. Ein Projekt, das Goldsmith enorm inspiriert hat. Eine Fortsetzung wird es hier aber wohl aus praktischen Gründen nicht geben: „Das Projekt ist natürlich begrenzt auf die Texte, die Bob Dylan zu der Zeit geschrieben hat. Wir haben noch einige weitere Songs aufgenommen und ich hoffe, dass das Material ebenfalls irgendwie veröffentlicht wird. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Material für ein ganzes zweites Album ausreichen wird“.

Demnächst treffen Jim James und Taylor Goldsmith bei der gemeinsamen Europatour der Dawes und My Morning Jacket wieder aufeinander und sind dann ebenfalls im Kölner Gloria Theater (02.09.2015) und auf dem Lollapalooza Festival (13.09.2015) zu sehen. Eine Tour, auf die sich der Sänger sehr freut „Deutschland war bisher sehr empfänglich für uns. Es ist zwar so, dass wir eher vor einem kleinen Publikum gespielt haben, aber mit der Zeit ist es dann doch immer mehr geworden. Ich glaube, dass wir mit der gemeinsamen Tour mit My Morning Jacket Musikliebhaber erreichen, die auch etwas mit unserer Musik anfangen können. Wir freuen uns sehr auf die Tour“. Wir ebenfalls!

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