Janosh Moldau – Minor


Janosch Moldau ist so etwas wie der Trobadour der EBM-Szene. Im Laufe der letzten zehn Jahre war er als Solo-Künstler mit unzähligen EBM-Helden auf Tour und hat sich inzwischen dank seiner Alben selbst an die Spitze heran gepirscht. Für sein neuestes Album hat er den Wiener Musiker Gerhard Potuznik mit an Bord geholt geholt.

Janosch Moldau Liebhaber werden sich in den melancholischen Kompositionen, die auf weitflächigen Synthie-Teppiche zu schweben scheinen, schnell zurecht finden. Für die nötige Spannung sorgen diesmal jedoch verstärkt kantige Beats und Klangexperimente. Die Brüche sind auch der größte Unterschied zum Vorgänger Lovestar, der größtenteils ein homogenes Gesamtbild im Blick hatte. Sie wirken fast schon wie ein Schutzschild, das die fragilen Gesangsparts vor sich halten. Wer hier nach Wurzeln sucht, kann anhand der Platte eine kleine Zeitreise von Mesh über Depeche Mode bis hin zu Soft Cell unternehmen.

Bereits mit dem Opener Done Wrong glückt Janosch Moldau ein spannender Track, der an jeder Ecke einen unerwarteten Schlenker nimmt. Stücke wie The Harbour verfrachten die alte Traurigkeit in ein Umfeld neuer Hi-Fi Abenteuer, bei denen man den Einfluss von Gerhard Potuznik (Chicks On Speed) durchaus bemerkt. Minor dürfte dank des Feingespürs selbst diejenigen, die EMB bisher für eine Mofa-Marke hielten, ein zufriedens Nicken hervorbringen. Für Dark Wave Liebhaber ist es sowieso ein sicheres Ding.