Hudson Mohawke – Lantern


Glasgow galt in der Vergangenheit nicht gerade als der Herzschrittmacher des Pop. Auf der musikalischen Landkarte wurde der Ort meist mit den Fähnchen einiger Eigenbrötler wie Belle & Sebastian oder der schottischen Rockarmee Mogwai abgesteckt. Mit dem zweiten Hudson Mohawke Album dürfte sich die Sache jedoch endgültig ändern.

Schubladen Öffnen und Referenzen suchen kannst du bei Hudson Mohawke knicken. Vergiss es einfach. Auch mit der Erwartung einer Aneinanderreihung von Featuretracks kommst du bei Lantern nicht weit. Der Produzent Ross Birchard alias Hudson Mohawke zieht auf dem zweiten Album sein Ding durch und macht dies ab dem ersten Noise-Sturm des Intros klar. Sein Ding bedeutet in dem Fall: 1000 Ideen. Pro Song. Pro Minute. Basta. Dass Ross Birchard sich auf den Lorbeeren nicht ausgeruht hat, sondern tatsächlich knapp sechs Jahre lang neben seiner Zusammenarbeit mit unzähligen Stars wie Kanye West und Knallern wie Chimes an diesem Pop-Rundumschlag gearbeitet hat, kann man schnell nachvollziehen.

Als Hörer muss man zunächst verdauen wie schizophren ein Track wie Warriors im Sekundentakt die Lager wechselt. Hin und wieder läuft mal ein Gast wie Antony in Indian Steps vorbei, meist ist das hier aber ein reines Hudson Mohawke Ding. Zweifel, dass man früher oder später jeden Track lieben lernen wird, gibt es jedoch nicht. Rap, Elektro, Pop, R’n’B…Hudson Mohawke kann alles und zeigt es hier.