Hauschka – 2.11.14


Volker Bertelmann alias Hauschka war schon immer genau der Typ, der für künstlerischen Klamauk zu haben war. Ob nun der Einsatz von Gedöns zwischen den Klaviersaiten oder diverse Kollaborationen mit DJs und Orchestern. Im Kampf um ein gutes Klangerlebnis geht bei Hauschka alles. Für die Aufnahmen dieses ungewöhnlichen Livealbums hat es ihn nach Japan verschlagen.

Aufgenommen wurde das Album bei einem Liveauftritt im Artegio Music Museum in der japanischen Stadt Yufuin mit insgesamt 12 Mikrofonen, die live für den optimalen Soundmix und für einige Delay-Effekte eingesetzt wurden. Bei der Veröffentlichung des Livealbums verzichtet Hauschka auf eine Tracklist und beschränkt sich auf die beiden Seiten, die ihm das Medium Vinyl zur Verfügung stellt. Schnell wird klar, dass die experimentelle Reise, die er mit dem gefeierten Prepared Piano 2005 begann, nun in Perfektion mündet. Was Hauschka mithilfe von Delays und Audiotricks live aus seinem präparierten Klavier zaubert, ist magisch. Fans der letzten Studioplatte Abandoned City werden zwischendurch kleine Anspielungen und Themen wie alte Freunde wieder erkennen und wie immer staunen, was dieser Mann aus einem einzelnen Piano an Tönen herausbekommen. Selbst John Cage, der die Idee eines präparierten Pianos eingeführt hat, würde hier wohl staunen. Da wird der Klavierhammer zu übersättigten Bassdrum und kleine Folien dämpfen den Klang der Saiten. Für jeden dieser Klänge gibt es sicherlich eine Erklärung. An sich macht es aber den meisten Spaß dem Magier einfach zu folgen und sich am Gesamtergebnis zu erfreuen.

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