Mark Muclahy – Dear Mark J. Mulcahy, I Love You


Dear Mark Mulcahy, wir haben dich vermisst. Nach knapp 8 Jahren feiert der Songwriter, vor dem sogar Michael Stipe live auf die Knie fiel, ein quirliges Comeback.

Auch wenn er noch immer als Geheimtipp durchgeht, blickt Mark Mulcahy inzwischen auf eine fast 30 Jahre lange Karriere zurück. Mit seiner Band Miracle Legion prägte er in den 80ern klangheimlich die Indie-Szene, mit dem Spaßprojekt Polaris sorgte er für den Soundtrack der Nickelodeon-Kultserie ‚The Adventures Of Pete & Pete“ und schließlich sang er sich mit drei Soloplatten in immer mehr schwermütige Herzen, die er erheiterte und tröstete.

2008 folgte der Bruch, als seine Frau plötzlich starb und er sich als verarmter Künstler und alleinerziehender Vater zweier Töchter im Leben wiederfand. Die liebevolle Tributeplatte ‚Ciao My Shining Star‘, die diverse Künstler wie The National, Vic Chesnutt oder Thom Yorke für ihn und seine Familie aufnahmen, sorgte für Linderung. Das aufgerissene Loch konnte sie jedoch natürlich nicht stopfen. So warf Mulcahy die Platte, an der er damals arbeitete über Bord, und zog sich zurück.

Sein Comebackabum ‚Dear Mark J. Mulcahy, I Love You‘ fällt äußerst forsch und locker aus. Wer die alten Mulcahy Songs wie ‚Cookie Jar‘ und den 80’s Power Pop der Miracle Legion Alben liebt, wird auch hier sein Zuhause finden. Es ist dabei schwer Favoriten auszumachen, da fast alle Songs ähnlich direkt ankommen und ohne Umwege die Gehörgänge erobern. Hinter den Reglern stand bei der Platte Paul Q. Kolderie, der mit seiner Erfahrung aus dem 90ern (Pixies, Lemonheads, Dinosaur Jr.) genau weiß, dass rohe Indiepop-Perlen ohne große Überproduktion am besten zur Geltung kommen. So wirken die Songs direkt und verzichten auf Pathosgesten oder modernen Elektroschmu.

Die Songs sind vielmehr wie Spielwiesen, auf denen er sich mit seiner unverkennbaren Stimme austobt und immer wieder aus den üblichen Gesangslinien ausschert oder einfach irgendeinen Nonsense brabbelt. Die liebevoll verrückten ‚Everybody Hustles Leo‘ und ‚Badly Madly‘ wären zwei Paradebeispiele hierfür. Hier zählt jede Silbe und mit jedem neuen Ton wartet ein neuer Glücksmoment.

Dear Mark Mulcahy, the Sonic Reducer loves you.