Kirsty McGee – Contraband


Eigentlich sollte dieses Album ganz anders klingen. Nach Jahren des Wanderns zwischen Folk, Jazz und Americana wollte die britische Musikerin Kirsty McGee ein Dirty-Blues-Album aufnehmen, doch dann erkrankte sie an Depressionen und erlitt einen Zusammenbruch. Eine ganze Zeit lang konnte McGee nicht einmal singen, stattdessen fing sie nach einer Weile an, einfach auf ihrer Gitarre herumzuzupfen. Irgendwann kehrte ihr Stimme zurück und auch ihre Kreativität – sie schrieb 20 Songs in zehn Tagen, aus denen ihr sechstes Album ’Contraband’ wurde.

Anstatt zur E-Gitarre zu greifen blieb McGee also bei der guten alten Akustikgitarre und ihrem “Hobopop“, wie sie die oben erwähnte Mischung aus Folk, Jazz und Americana nennt. ’Contraband’ ist wie ein Küken – so zart und zerbrechlich, das man es am liebsten in seinen Händen halten und gegen die raue Welt abschirmen möchte. Mit einer Stimme, die bestimmt und fragil zugleich ist, erzählt McGee von Liebe und Verlust. ”I may seem to crumble like the sand/but like grass I break and I cut/and the thousand pieces of my heart/that were all trodden down in the dirt/they may rise up like a bird in flight/but they never can shake this hurt“ heißt es etwa in “What Love Entails”, einem der hübschesten Lieder, das sich, wie auch die anderen Titel, an Bildern aus der Natur bedient.

Trotz des Folk-Unterbaus haben die Songs noch so viel Abwechslung, dass das Album nicht langweilig wird. “Setting of the Sun“ ist ein knarziger Jazzsong, der an Tom Waits erinnert, während Joe Henry bei „All Things Must Change“ Pate gestanden haben könnte. Besonders erwähnenswert sind auch das poppige “Something Going On“, das mandolinenverstärkte “Sequins“ und das dunkle „God Loves the Sparrowherder“.

’Contraband’ ist ein leises, nachdenkliches Album, dem man anhört, dass es aus Schmerz geboren wurde. Dennoch ist es nie deprimierend, sondern eher tröstlich und einfach wunderschön.