Janosch Moldau – Lovestar


Bekannt vorkommen dürfte der Name Janosch Moldau deutschen Synthie-Pop und Dark Wave Liebhabern. Der 38jährige Ulmer war bereits als Support diverser Größen wie Mesh, Project Pitchfork oder De/Vision unterwegs und hat insbesondere mit seinem zweiten Album ‚Motel Songs‘ eine kleine Fangemeine um sich versammelt.

Ähnlich wie bereits beim Vorgänger, so steht auch auf ‚Lovestar‘ der Song im Mittelpunkt. Das technoide Bollwerk, das sein Debüt Redeemer so mechanisch und sperrig wirken ließ, wird auf ‚Lovestar‘ endgültig durchbrochen und macht einem elektronischen Sound platz, der die Songstrukturen weiter in den Vordergrund rückt und die Stücke dadurch wärmer wirken lässt. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Titeltrack, der als perfekte Synthie-Ballade durchgeht. Auch Roboter haben also Gefühle. Die große Referenz sind auch diesmal wieder Martin Gore und Depeche Mode. Dabei orientiert er sich nicht unbedingt an dem schmutzig lüsternen Lack-und-Leder Rock der „Songs Of Faith And Devotion“ Phase, Songs wie ‚The Second Best‘ schmiegen sich da schon eher an die letzten Werken der Band aus Essex.

Bei all dem Tristesse- und Melancholie-Genuddel schafft er es den Hörer immer mal wieder mit interessanten Brüchen und Midtempo-Passagen an sich zu fesseln. Das handwerkliche Können kann man dem Musikdozenten nicht absprechen. So vertritt er gekonnt die elektronischen Tugenden und lässt die Platte nur ganz selten in´s Ermüdende abgleiten. Wer Freude an Synthie-Pop hat, sollte dem Underdog aus Ulm also eine Chance geben und den Liebesstern entdecken.