Sera Cahoone – Deer Creek Canyon


Sera Cahoone ist der kleine Juwel im gewaltigen Sub Pop Reich. Die Songwriterin, die einst das Schlagzeug bei Carissa’s Wierd bediente und nebenbei Drummerin der Band Of Horses ist, sucht als Solokünstlerin seit 2006 immer wieder das Schöne im Einfachen. Und findet es auch.

Auch ihr neuestes Album ‚Deer Creek Canyon‘ ist für Country- und Folk-Liebhaber ein emotionales Festmahl. Die zwölf Stücke hat Sera Cahoone bereits im vergangenen Jahr auf kleinen Festivals wie dem Doe Bay Music Festival vorgestellt und kurze Zeit später in den Bear Creek Studios in Woodinville, Washington aufgenommen. Und ach, was soll man hier schon über das Album schreiben. Es ist verdammt gut und es schließt nahtlos an den gemütlichen Countryfolk von ‚Only As The Day Is Long‘ an. Wer von Sera Cahoone eine Neuerfindung ihres Sounds erwartet hat, macht sich zum Löffel. Wozu zum Teufel etwas derart Gutes ändern?

Im Rahmen der zwölf neuen Songs trabt sie wieder in Begleitung ihrer Band gemütlich vor sich hin. Hin und wieder zieht sie das Tempo an und läßt sich von der Spielfreude ihrer Begleitband leiten und manchmal läßt sie alle hinter sich und spielt sanft und leise, als würde sie damit im Wald die Rehe nicht verschrecken wollen. Mehr als einmal entlockt sie dem Hörer ein Hach, wie toll. Beispielsweise, wenn Sie in ‚Shakin‘ Hands‘ die Zeilen My friends are all here having a good time, but I just want to get lost in you for days anstimmt. Insbesondere mit den Höhepunkten ‚Worry All Your Life‘ und ‚Naked‘ gibt es hier Songs, die mit ihren frühen Großtaten wie dem ‚Hotel Song‘ ‚You Might As Well‘ oder ‚Baker Lake‘ in einer Liga spielen können.

Unaufgeregt, subtil, schön.