Susanne Sundfør – The Silicone Veil


Vor zwei Jahren eroberte Susanne Sundfør einen gewaltigen Teil der norwegischen Herzen. Mit ihrem dritten Album, dem verrucht düsteren ‚The Brothel‘, gelang der jungen Songwriterin in ihrer Heimat der endgültige Durchbruch und ein beachtlicher Charterfolg. Nun präsentiert uns Susanne Sundfør den Nachfolger, der wieder auf Herbert Grönemeyers Label Grönland erscheint.

Die zehn Stücke des ‚Silicone Veil‘ Albums fallen organisch und warm aus. Einiges wirkt beim ersten Durchgang schwer zugänglich. Wer hier seichten Pop erwartet, wird wohl dumm aus der Wäsche gucken. An der Stange wird der Hörer jedoch von der grandiosen Stimmung gehalten. Das Team um Frau Sundfør schmiedet hier mal um mal wunderschöne Klangbilder. Immer wieder driften die Songs in die Dark-Pop Gefilde und greifen mit Elektro-Elementen und Streichern nach dem Hörer.

Und so passiert es dann auch, dass sie ihn irgendwann packen und er langsam die schönen kleinen Momente und sanft gestrichenen Melodiebögen entdeckt. Die Sängerin singt sich im Rahmen der Songs durch die Oktaven und zeigt eine Vorliebe zu hohen Tönen. An manchen Stellen fällt einem hier Kate Bush ein, die wohl als Referenz am besten passt. Was die geheimnisvollen Texte mit Füchsen und Silikonschleiern bedeuten sollen, wurde uns im Laufe der Durchgänge nicht wirklich klar. Fest steht jedoch, dass Susane Sundfør für interessante Musik steht und hier wieder Mut beweist. Stücke wie ‚Can You Feel The Thunder‘ und des anschließende Instrumental zeichnen sich insbesondere durch ihre Dramaturgie aus während Sundfør in ‚My Prelude‘ mit ihrem Können als Pianistin glänzt.

Susanne Sundfør ist eine Leisetreterin im edlen und opulenten Gewand. Sie liefert uns mit ‚The Silicone Veil‘ pünktlich zum Kälteeinbruch den Soundtrack für entspannte Abende und entpuppt sich als die geheimnisvolle Elektro-Schwester von Sophie Hunger und Joanna Newsom.