Family Of The Year – Loma Vista


Family of the Year stammen nicht nur aus Kalifornien, sie klingen auch so: Ihr Album ’Loma Vista’ ist eine fröhliche, harmoniegetränkte Mischung aus Indie, Folk und Pop. Wer dem Sommer schon hinterher trauert, findet hier vielleicht Trost.

Family of the Year ist mehr als nur ein Bandname: Sänger Joe Keefe und Drummer Sebastian Keefe sind tatsächlich Brüder. Unterstützt werden sie von James Buckey (Gitarre) und Christina Schroeter (Keyboard). Bisher machte die Band durch mehrere EPs auf sich aufmerksam, nun erscheint ihr Debüt ’Loma Vista’, benannt nach der Straße, in der das Quartett während der Aufnahmen wohnte. Optimaler wäre es gewesen, ’Loma Vista’ schon im Mai oder Juni zu veröffentlichen, denn das Album ist der perfekte Soundtrack für eine sommerliche Grillparty mit Freunden. Kaum ein Song, bei dem es sich nicht vorzüglich mitsingen, mittanzen oder mitklatschen lässt. Bei den meisten Stücken handelt es sich um fröhliche Popsongs zwischen 60er-Jahre-Folk und 80er-Jahre-Keyboards, die durch den Harmoniegesang der Bandmitglieder versüßt werden.


Auch die Texte sind von Optimismus und Eintracht geprägt, es geht um den Wert von Freundschaft (“In the End“), die Sehnsucht nach der Familie (“Hey Ma“), und darum, eine gute Zeit zu haben. Bei Family of the Year macht sogar der Tod Spaß – “Buried“ ist eine flotte, sonnige, mit Händeklatschen verstärkte Akustiknummer, die die Dinge aufzählt, mit denen Joe Keefe begraben werden möchte: “Bury me with my guitar, bury me with my records… bury me with my best T-shirt, bury me with my chucks“ etc. Am Ende gibt es sogar Gelächter und Applaus. Manchmal versinkt die Band aber auch im Klischee, etwa in “St. Croix“, das von einem Trip in die Karibik handelt, Hängematte, Cocktails und Bob Marley inklusive.

’Loma Vista’ ist zweifellos ein hübsches, sympathisches, wohlklingendes Album mit einigen guten Popsongs, doch es gibt wenig, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Eine Platte, die so flüchtig und vergänglich ist wie der Sommer.