Henri Parker and the Lowered Lids – Mutual Ties


Vier kautzige Gesellen schauen einem vom Cover von „Mutual Ties“ entgegen: Fuchs, Eule, Waschbär und Eichhörnchen. Und alle sind ausgehbereit, in Hoodie oder Karohemd. So liebevoll wie das äußere Erscheinungsbild der ersten Veröffentlichung von Henri Parker And The Lowered Lids daherkommt, ist auch der musikalische Inhalt des Albums geraten: Elf kleine Folksongs, gespickt mit netten Melodien. Die Begleitung ist reduziert auf Gitarre, Cello, Mundharmonika, Klavier und Banjo. Klar klingt das erstmal alles nach Lagerfeuerromantik. Allerdings sind hier die durchdachten Arrangements und der aus tiefstem Herzen kommende Gesang hervorzuheben.

Henri Parker And The Lowered Lids sind zunächst einmal Henri an der Gitarre und am Mikrofon und Gunnar am Cello. Dass beide auch aktiv sind bei Diane Parker’s Little Accidents bzw. Grand Giffon, also Bands, die eigentlich eher auf härtere Gitarren und richtig nach vorne gehen setzen, hört man diesen Stücken nicht umbedingt an. Hier wird sich eher zurück gelehnt. Die Gitarrenakkorde tragen den Gesang und das Cello verziert das Ganze. Entspanntheit ist dann auch in den Alltagsbetrachtungen der Texten zu finden. Wenn man möchte, kann man „Best Dressed Man“ und „This Morning“ positiv hervorheben. Alles in allem klingt das Album aber stimmig und einheitlich. Für den Opener „A thousand men“ bekam man noch zweitstimmliche Unterstützung von Helge Jensen, der auch bei Grand Giffon den Gesangspart innehat. Alles in allem klingt das Ganze sehr international; Folkmusik, die so auch in ihrem Herkunftsland auf der anderen Seite des Teiches nicht besser produziert wird.

Für die schon löblich erwähnte optische Gestaltung der Veröffentlichung ist Jörg Westpfahl zuständig. Auf der Rückseite der Plattenhülle findet man dann übrigens den Rest der Gang: Reh, Adler, Hase und Bachstelze.

Henri Parker & the Lowered Lids from Henri Parker on Vimeo.