Garda – A Heart Of A Pro


Überraschend international in Bezug auf Klang und Produktion kommt das neue Album der Dresdener Band Garda daher. Ganze zehn Monate hat die sechsköpfige Gruppe um Songschreiber und Sänger Kai Lehmann für „A Heart Of A Pro“ im Studio verbracht und präsentiert nun ein Ergebnis, das in den besten Momenten sogar an Get Well Soon oder The National erinnert.

Der Nachfolger zum Debütalbum „Die, Technique, Die!“ weist breitgefächerte Arrangements auf, die aber zu keinem Zeitpunkt die eingängigen Melodien der ausgefeilten Folk-Kleinoden in den Hintergrund rücken lassen. Und doch geben die von Ludwig Bauer arrangierten Blasinstrumente Trompete, Flügel- und Tenorhorn den Liedern eine zusätzliche Wucht und Betonung, die mit einfachen Akustikgitarrenspuren wohl so nicht zu erzeugen gewesen wären.

Neben den Instrumenten weiß aber auch der Gesang zu überzeugen, taumelt hin und her zwischen fast flüsternder Zurückhaltung auf der einen und energischen Ausbrüchen auf der anderen Seite. Unterstützt wird Lehmann hier durch Cornelia Mothes, die auch für die Klavierbegleitung zuständig ist.

Schwer ist es diese Musik nur im Hintergrund zu hören. Die Platte erwartet Aufmerksamkeit. Es gibt viel zu entdecken und eben auch viel zu verpassen. Auffällig ist dabei hingegen ein Lied wie „Black“, das zunächst mit einem ruhigen Gitarrengerüst startet und sich schließlich zu einem wuchtigen Klanggebilde steigert. Ebenfalls erwähnenswert ist die gelungene Komposition „Upper / Lower Water Course“, mit dem die Reise beginnt. Vielleicht das stärkste Stück der Platte – direkt zu Beginn.

Gemeinsam haben alle Stücke diesen Schleier der Schwermut, diese fast bedrückende Stimmung. Diese Last, die wohl tatsächlich nur das Herz eines Profis ertragen kann. Auf diesem Album wurde viel von einer solchen Last verarbeitet. Herausgekommen sind dabei allerdings wehmütig schöne Lieder,zehn an der Zahl, die niemals eintönig klingen und mit Rhythmik und Klang stets zu überraschen wissen. Und irgendwas treibt an. Bei aller Tragik, aller Melancholie. Dieser Platte liegt eine treibende Kraft und Energie zu Grunde, die bis über das letzte Lied hinaus wirkt.