Sisterkongkong – She Sees Wolves


Pavement. Dass diese Assoziation in eine Rezension zu dieser Platte nicht fehlen darf, wird schon beim ersten Durchhören klar. Liegt wohl an der Rhythmik, vielleicht an der Struktur der Lieder, vor allem aber an der Gesangsstimme von Dirk Geisler. Da ist der Vergleich mit Stephen Malkmus nicht weit hergeholt. Aber davon mal ganz abgesehen ist das Album „She Sees Wolves“ von Sister Kingkong auch eine recht nette Sache geworden. Verspielte Melodien, kreative Basslinien und die schrammelnde Gitarrenbegleitung.

Musikalisch klingt das alles doch sehr in den Neunzigern verwurzelt, das was damals als College Rock oder Alternative tituliert wurde, scheint hier aufgearbeitet worden zu sein. Grand Lee Buffalo, Yo La Tengo und eben Pavement standen Pate. Dabei entstanden dann aber auch jene wirklich schönen Songs wie „Henk“ oder „The best is yet to come“, das trotz aller Melancholie in den Zeilen doch hoffnungsfroh stimmt.

Und der etwas ruhige Einstieg in die Platte mag täuschen: Wird anfangs in „Nighttime“ noch zart an der Gitarre gezupft, entwickelt sich im Laufe der dreizehn Lieder doch der eine oder andere Ausflug in die raueren und leidenschaftlicheren Gefilde. Kein Wunder – die Platte wurde live eingespielt. Und zwar unter der Regie von Guido Lucas, der in der Vergangenheit schon Gitarrenbands wie Ken oder Scumbucket produziert hat. Die klassische Bandinstrumentierung wurde dabei in dem einen oder anderen Stück um Streicher oder eine Klarinette ergänzt, was das gesamte Bild der Platte abrundet.


Die fünf Dortmunder von Sister Kingkong liefern somit ein homogenes Album ab, in dem Text und Musik im Einklang stehen und in dem man des Öfteren mal die musikalischen Helden seiner Jugend wiederfindet.